21.05.2021

Bischof Bode präsentiert Lev Silbers Fotografie

"Der Alte" in der "ein-bild-galerie"

Mit dem Werk "Der Alte" des Osnabrücker Fotografen Lev Silber setzt das DIözesanmuseum Osnabrück sein Projekt "ein-bild-galerie" fort. Es entstand im Juli 1990 während einer Dokumentation über sogenannte Altgläubige in der Sowjetunion. Die Auswahl traf Bischof Franz-Josef Bode als externer Kurator.

Gemeinsam präsentieren Lev Silber (rechts) und Bischof Franz-Josef Bode die Fotografie „Der Alte“, die der Fotograf in traditioneller Technik auf Barytpapier abgezogen hat. Foto: Diözesanmuseum Osnabrück/Hermann Pentermann

Die Fotografie zeigt einen betagten „altgläubigen“ Mann mit seinem Psalter. Sie wurde im Gebiet Nischni Nowgorod aufgenommen, wo Lev Silber die christliche Minderheit der „Altgläubigen“ zwischen 1988 und 1998 als Begleiter mehrerer wissenschaftlicher Expeditionen in entlegene Dörfer dokumentierte. Dorthin hatten sie sich nach einer Kirchenspaltung der russisch-orthodoxen Kirche im 17. Jahrhundert zurückgezogen. Die Angehörigen dieser Minderheit waren zur Entstehungszeit der Fotos zumeist hochbetagt.

„Mich beeindruckt die Innigkeit, mit der der alte Mann seinen Psalter hält“, begründete Franz-Josef Bode seine Wahl: Die handgeschriebenen Worte in altkirchenslawischer Sprache seien ihm offenbar heilig. Lev Silber war 2002 nach Osnabrück emigriert, während seine Eltern und Geschwister noch vor der Jahrtausendwende nach Israel ausgewandert waren. Ihnen gilt angesichts des militärischen Konfliktes in Palästina derzeit seine ganze Sorge.

„Der Alte“ wird von Pfingstmontag, 24. Mai, an für eine Woche im Schaufenster neben dem Eingang zum Forum am Dom sowie unter www.ein-bild-galerie.de zu sehen sein, heißt es in einer Pressemitteilung des Diözesanmuseums. Digital gewähre die „ein-bild-galerie“ darüber hinaus einen guten Einblick in die ebenso reiche wie vielfältige Kunstszene der Region, denn nach wie vor würden dort alle seit dem 1. Dezember ausgestellten Arbeiten präsentiert. Der Erlös aus dem Verkauf der Werke geht in vollem Umfang an die beteiligten Künstler.