23.01.2019

„Mini-Welten" für Messdiener

Der Weihrauch ist die Königsdisziplin

Gabenbereitung, Licht, Weihrauch und Wasser: Das sind die „Miniwelten“, die zurzeit bei einer Erlebnisausstellung im Bistum erkundet werden können. Unsere Praktikantin Alena Goldmann hat die Aufgaben an den vier Stationen getestet.

Zuerst das Kreuz oder die Fahnen? Bei dieser Aufgabe geht es darum,
eine Fronleichnams­prozession nachzubauen. Foto: Sandra Röseler

„Ich glaube, das riecht nach Apfel“, sagt Alena Goldmann. Die 16-Jährige sitzt an einem Tisch, auf dem kleine Dosen mit verschiedenen Geruchsproben stehen. „Vielleicht ist es aber auch Fenchel“, sagt die Schülerin des Carolinums Osnabrück, die zurzeit ein Praktikum in der Redaktion des Kirchenboten absolviert. Gerade probiert sie die Erlebnisausstellung „Miniwelten“ aus, die in der Alten Kirche in Aschendorf aufgebaut ist. Gabenbereitung, Licht, Weihrauch und Wasser – an diesen vier Stationen können die Besucher verschiedene Aufgaben lösen und dabei mehr über den Ministrantendienst erfahren.

Alena ist schon beim Weihrauch angekommen und versucht jetzt, die Gerüche richtig zuzuordnen. „Das ist ganz schön schwierig“, meint sie und stellt die Dose ab. Ein paar Meter weiter liegt ein richtiger Weihrauchklumpen auf dem Boden. Die Schülerin nimmt ihn in die Hand und betrachtet ihn. „Ganz schön groß“, meint sie und schaut auf die Texte, die daneben liegen. In ihnen wird beschrieben, wie Weihrauch hergestellt wird, und welche Bedeutung er in der Bibel hat. Die Heiligen Drei Könige haben Weihrauch zum Beispiel als Zeichen der Verehrung mit nach Betlehem gebracht.
Die Ausstellung stammt aus dem Erzbistum Köln

Bei der nächsten Aufgabe geht es darum, wie Weihrauch im Gottesdienst verwendet wird: Alena soll eine Fronleichnamsprozession mit Spielfiguren nachbauen. Wer läuft zuerst? Das Männchen mit dem Kreuz oder mit der Fahne? Und wann ist der Weihrauch an der Reihe? „Das wissen selbst erfahrene Messdiener oft nicht“, meint Timo Hilberink, Referent für Ministrantenpastoral, der die Ausstellung aus dem Erzbistum Köln ins Bistum Osnabrück geholt hat. „Weihrauch ist für Ministranten die Königsdisziplin“, findet er. Ziel der Ausstellung sei deshalb, dass Messdiener durch die Aufgaben und Spiele etwas Neues über ihren Dienst lernen. Die „Miniwelten“ stünden aber auch interessierten Jugendlichen und Erwachsenen offen, sagt Hilberink. „An jeder Station wird der Messdienerdienst erst an Beispielen des Alltags dargestellt, danach in der Bibel und  dann im Gottesdienst“, erklärt er.

Alena ist mittlerweile bei der letzten Aufgabe zum Thema Weihrauch angekommen: einem Quiz, bei dem sie erraten soll, was im Gottesdienst beweihräuchert wird. Die Orgel, das Taufbecken, die Ministranten? „Auf jeden Fall der Priester“, ist sich die Schülerin sicher.

Sandra Röseler

 

Die Ausstellung „Miniwelten“

In der Alten Kirche in Aschendorf kann die Ausstellung noch am Sonntag, 27. Januar, nach der Messe besichtigt werden.

Danach sind die „Miniwelten“ vom 28. Januar bis 2. Feb­ruar in St. Johannes der Täufer in Spelle zu sehen.
Öffnungszeiten: Montag bis Mittwoch, 16 bis 20 Uhr. Donnerstag bis Freitag, 10 bis 14 und 16 bis 20 Uhr. Samstag von 14 bis 16 Uhr.
Anmeldung für Gruppen: Telefon 0 59 77/93 94 23.

Vom 4. bis 8. Feb­ruar kommen die „Miniwelten“ nach St. Matthäus Melle.
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 16 bis 20 Uhr.
Anmeldung für Gruppen: Telefon 0 54 22/ 92 87 21.