13.09.2018

Ausstellung „MenschenWelt" in Osnabrück

Die schöne Welt erhalten

Räder drehen, Klötzchen legen – eine Ausstellung mit Mitmachstationen in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück informiert über dieChancen, die Erde als lebenswerten Ort zu erhalten. Jeder kann dazu beitragen.

Mein Freund der Baum: Wälder filtern Schadstoffe, nehmen CO2 auf, speichern Wasser, verhindern Erosion und sind Lebensraum für viele Arten. Fotos: Thomas Osterfeld

Kopfschmerzen? Da hilft eine Schmerztablette und vielleicht Duschen mit Haarewaschen, man kann sich mit dem Shampoo so gut die Kopfhaut massieren. Nur schade, dass unser Planet Erde davon Kopfweh bekommt – im übertragenen Sinne: Wirkstoffe aus Medikamenten sowie Mikroplastikteilchen, die Kosmetikprodukten beigemischt sind, zählen zu den sogenannten Fremdstoffen, die von den Menschen hergestellt werden und nun die Erde belasten. Denn Arzneiwirkstoffe können in Kläranlagen nicht vollständig herausgefiltert werden und gelangen ins Wasser und auf die Böden. Auch Mikroplastik landet auf dem Acker und im Meer. Dabei haben die Ozeane schon mit den großen Plastikteilen zu kämpfen: Tüten und Verpackungen schwimmen im Meer  und werden je nach Strömung an Land geschwemmt, wo sie die Strände verschmutzen.

Solche Zusammenhänge macht die Ausstellung „MenschenWelt“ deutlich, die derzeit in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück zu sehen ist. Sie bietet an Mitmachstationen Antworten auf Fragen nach Landnutzung,  Trinkwasserverbrauch und Energie. Konzipiert wurde sie von Mitarbeiterinnen der DBU, gebaut von der Firma „facts and fiction“.

Gut austariertes Gefüge gerät ins Ungleichgewicht

Mit einem großen Holzturm, der wie ein Jenga-Spielturm aussieht, wird in die Thematik der planetaren Leitplanken eingeführt: neun Bereiche, die wichtig sind, wenn wir das Gleichgewicht der Erde erhalten wollen.

Zieht man ein, zwei oder drei Hölzchen wie beim Mikado heraus, bleibt der Jengaturm noch stabil stehe – die Erde würde die Veränderung wegstecken. Entfernt man alle „Planken“ gleichzeitig, gerät das gut austarierte Gefüge ins Ungleichgewicht. Es könnte eine Welt entstehen, die menschenfeindlich ist.

Wenn das Gleichgewicht der Erde aus den Fugen gerät –
das macht dieser Holzturm deutlich.

Dagegen sollten wir etwas tun, dazu fordert die Ausstellung auf. Neue Erfindungen können Fortschritt bringen, und die Schritte Einzelner, zum Beispiel beim bewussten Einkauf von Kaffee, Tomaten oder (weniger) Fleisch, summieren sich zu einem mächtigen Effekt. Dass tropische Wälder gefährdet sind, weil sie abgeholzt werden, um Weideland für Rinder und Anbaufläche für Tierfutter zu schaffen, ist bekannt, wird in der Ausstellung aber noch einmal verdeutlicht.

Am Beispiel Phosphorüberschuss können Besucher die internationalen Verflechtungen erkennen. Der Abbau von Phosphat für die Düngemittelherstellung kann Kraterlandschaften hinterlassen wie in Nauru, einem Inselstaat im pazifischen Ozean. Deutschland importiert Phosphat aus Russland, Israel, Senegal und Marokko. Auf deutschen Feldern  kommt Phosphor inzwischen im Überfluss vor. Aber es gibt Lösungen. Eine neue Methode erlaubt es, Phosphor zu recyceln: Er wird aus dem Klärschlamm herausgefiltert und kann wieder verwendet, ja, sogar als Dünger exportiert werden.

Ozonloch geht stetig zurück

Ein Beispiel für die Lösung eines Umweltproblems ist das Verbot von FCKW. Nachdem der Wissenschaftler Paul Crutzen die Entstehung des Ozonlochs über der Antarktis beschrieben und auf die Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) zurückgeführt hatte, wurde FCKW 1987 als Treib- und Kühlmittel verboten. Mittlerweile konnte beobachtet werden, dass sich das Ozonloch verkleinert. Mitte unseres Jahrhunderts soll es ganz geschlossen sein.

Andrea Kolhoff

„MenschenWelt“, Ausstellung in der DBU, An der Bornau 2, Osnabrück, bis Ende 2019. Geöffnet montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr, freitags von 8 bis 13 Uhr, und nach Vereinbarung. Eintritt und Begleitprogramm sowie Führungen (für Gruppen ab zehn Personen) sind kostenfrei. Anmeldung unter Telefon 05 41/9 63 39 21.