27.07.2022

Bistum Osnabrück und Bonifatiuswerk entsenden junge Leute

Freiwillig für ein Jahr ins Ausland

20 junge Leute von Bad Laer bis Quakenbrück beginnen einen Freiwilligendienst im Ausland. Sie helfen in Kirchengemeinden oder sozialen Einrichtungen – meist auf anderen Kontinenten. Dafür gab es den Segen. Eine junge Frau aus Haselünne reist mit dem Bonifatiuswerk nach Estland.

20 junge Leute aus Norddeutschland wurden für einen einjährigen Freiwilligendienst ausgesendet. Foto: bpo/Thomas Arzner

Chile, Peru, Indien, Polen, Uganda, Ghana und Israel: Das sind die Ziele von 20 jungen Menschen, die in diesen Wochen ihren einjährigen Freiwilligendienst im Ausland beginnen. Träger des Dienstes ist das Programm „Freiwillige Dienste im Ausland“ des Bistums Osnabrück. Bischof Franz-Josef Bode sandte die Teilnehmenden in einem Gottesdienst aus. „Die Freiwilligen berichten immer wieder spannende Geschichten über ihr Jahr im Ausland“, sagte der Bischof. „Dort, sozusagen in der Fremde, lernen sie viel über sich selbst und über die Menschen, den Glauben und die Kirche vor Ort.“ 

Die Freiwilligen arbeiten während der zwölf Monate zum Beispiel in Straßenkinderprojekten, in Kirchengemeinden, Bildungshäusern oder verschiedenen sozialen Einrichtungen wie Kinderheimen und Krankenhäusern. Sie stammen zum größten Teil aus dem Gebiet des Bistums Osnabrück, genau aus Bad Laer, Bersenbrück, Bissendorf, Emsbüren, Essen (Oldenburg), Georgsmarienhütte, Lengerich, Melle, Mep­pen, Osnabrück, Quakenbrück, Rödinghausen und Senden. 

„Viele Reisebeschränkungen, die wegen Corona verhängt wurden, sind mittlerweile weggefallen: Deshalb können wir in diesem Jahr bewährte Stellen, wie beispielweise in Chile und Peru, wieder besetzen“, so Regina Wildgruber, die Leiterin des Auslandsfreiwilligendienstes. Für eine Ausreise im Jahr 2023 nach den Sommerferien beginne jetzt auch wieder die Bewerbungsfrist. Noch bis Mitte Oktober könne man sich für einen Freiwilligendienst im Ausland bewerben, so Wildgruber. Das Bistum hatte das Angebot im Jahr 1999 gestartet. Junge Erwachsene lernen dabei Menschen, Kirche und Kultur auf anderen Kontinenten kennen. Mehr als 500 Teilnehmer haben diesen Dienst bislang absolviert. 

Das Bistum ist anerkannte Entsendeorganisation im Freiwilligendienst „weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und im Internationalen Jugendfreiwilligendienst „IJFD“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. 

Neues Land in seiner Vielfalt

Imke Ahlers (rechts) freut sich auf ihre Zeit in Estland. Monsignore
Georg Austen, Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, und
Projektreferentin Marisa Grummich wünschen ihr alles Gute. Foto:
Theresa Meier/Bonifatiuswerk

Imke Ahlers, Abiturientin aus Haselünne reist mit dem Bonifatiuswerk ins Baltikum. Genauer gesagt, geht es nach Tartu im Südosten Estlands. Dort wird sie ab August eine unterstützende Kraft im Deutschunterricht an der katholischen Schule sein, zu der neben einem Kindergarten, einer Grundschule und einer Gesamtschule auch ein Kulturhaus für diverse Arbeitsgemeinschaften und Sprachkurse gehören. 

Ahlers hat sich gezielt für das Programm „Praktikum im Norden“ entschieden, da sie bereits viele positive Erfahrungen in der kirchlichen Jugendarbeit gesammelt hat. „Außerdem interessiere ich mich besonders dafür, die Kultur der nordeuropäischen Länder kennenzulernen“, sagt die 19-Jährige.

Insgesamt beginnen 22 junge Menschen aus 14 deutschen (Erz-)Bistümern in den kommenden Wochen ein „Praktikum im Norden“. Neben Estland sind Schweden, Norwegen, Dänemark, Island und Lettland weitere Reiseziele. Dort erfahren die künftigen Praktikantinnen und Praktikanten, was es heißt, in einer jungen, wachsenden aber materiell armen Kirche den Glauben als Minderheit zu leben. 

Vor ihrer Abreise absolvierten sie ein Vorbereitungsseminar in Paderborn. Welche kulturellen Begebenheiten muss ich in meinem Praktikumsland beachten? Wer ist meine Ansprechperson vor Ort? Was muss ich wegen der Corona-Pandemie beachten? Antworten auf die Fragen der Freiwilligen lieferten die Verantwortlichen für das Programm, Marisa Grummich und die Projektkoordinatorin, Ricarda Clasen. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, Tipps und Hinweise aus erster Hand, von den ehemaligen Freiwilligen, zu erhalten.

Das „Praktikum im Norden“ biete jungen Freiwilligen die Möglichkeit, ein neues Land in seiner ganzen Viefalt zu entdecken, sagt der Generalsekretär des Bonifatiuswerkes, Monsignore Georg Austen. Dort begegneten sie Menschen, die auf eindrucksvolle Weise ihren Glauben in einer Diasporasituation lebten. „Mit ihrem caritativen Engagement vor Ort werden sie Teil einer Gemeinschaft, die oftmals über das Praktikum hinweg trägt und prägende Spuren auf ihrem weiteren Lebensweg hinterlässt.“ (bpo/Bonifatiuswerk)