10.10.2018

Finanzbericht 2017 für das Bistum Osnabrück

Gute Wirtschaftslage zeigt sich deutlich

Kirche und Geld – immer wieder ein sensibles Thema. Deswegen setzt das Bistum Osnabrück auf Transparenz. In dieser Woche hat es den Finanzbericht 2017 für das Bistum, den Bischöflichen Stuhl und das Domkapitel vorgelegt.

Jetzt veröffentlicht: der Finanzbericht des Bistums 2017

Rund 207 Millionen Euro betrug das Vermögen des Bistums Osnabrück zum 31. Dezember 2017. Mehr als drei Viertel dieses Vermögens sind in Wertpapieren angelegt. Das geht aus dem aktuellen Finanzbericht hervor. Danach ist das Vermögen im vergangenen Jahr um 11,6 Millionen Euro gestiegen. Die gute Wirtschaftslage macht sich eben auch in den Kirchenfinanzen bemerkbar. So stiegen 2017 die Kirchensteuereinnahmen im Vergleich zum Vorjahr um gut fünf Prozent auf 151,3 Millionen Euro.

Die Haushaltslage ist gut, das Vermögen solide. Dennoch ist das Bistum nicht sorgenfrei: Weil Rücklagen aufgrund der andauernden Niedrigzinsphase keine entsprechende Rendite abwerfen, wird es schwieriger, die Altersversorgung für Beamte und Priester zu finanzieren. Früher war es bei staatlichen Behörden und in der Kirche üblich, Pensionen aus dem laufenden Haushalt zu bezahlen. Vor gut 20 Jahren erfolgte aber ein Umdenken: Pensionsverpflichtungen, die heute entstehen, sollen auch heute finanziert werden. Denn ab etwa 2030 werden die Kirchensteuereinnahmen deutlich zurückgehen, die Pensionen zu finanzieren, würde die Handlungsfähigkeit der Kirche stark einschränken und die laufende Arbeit von Seelsorge, Beratung und Hilfe gefährden. Fast 90 Millionen Euro muss das Bistum aus seinem Vermögen mittlerweile als Rückstellung für Pensionen reservieren. Tendenz steigend.

Mit der Bilanz legt das Bistum auch die Zahlen für den Bischöflichen Stuhl und das Domkapitel vor. So verfügt der Bischöfliche Stuhl über ein Vermögen von 103 Millionen Euro, das zum großen Teil aus Immobilien besteht. Zu den Aufgaben des Bischöflichen Stuhls gehört die Unterstützung für junge und alte Menschen, die zum Beispiel durch Krankheit, Behinderung oder soziale Vernachlässigung benachteiligt sind. Das Domkapitel verfügt über gut zwölf Millionen Euro. Nicht enthalten im Finanzbericht sind Angaben zu den Kirchengemeinden, da sie eigenständige juristische Personen sind. Der Bericht mit Details und Informationen über die Aufgaben, die die Kirche finanziert, ist auf der Internetseite des Bistums veröffentlicht.

Ulrich Waschki