08.02.2019

Vortrag über Beleuchtung

Ins richtige Licht gesetzt

Scheinwerfer oder lieber indirektes Licht? Wie die Exponate im Diözesanmuseum wirkungsvoll beleuchtet werden können, weiß der Lichtdesigner Daniel Zerlang-Rösch. Bei einem Vortrag im Forum am Dom wird er Einblicke in seine Arbeit geben.  

Lichtinseln im ehemaligen Kapellenraum ermöglichen die wirkungsvolle Präsentation der empfindlichen Priestergewänder. Foto: Andreas Reinartz / Diözesanmuseum Osnabrück

Der Offenbacher Lichtdesigner Daniel Zerlang-Rösch ist dafür zuständig, kostbare Museumsstücke aller Art zu beleuchten. Unter dem Titel „Ins Licht gesetzt“ gibt er am Dienstag, 12. Februar, um 19.30 Uhr im Forum am Dom im Rahmen der Vortragsreihe zum 100-jährigen Bestehen des Diözesanmuseums Einblicke in museale Lichtinszenierungen. Laut Zerlang-Rösch gleicht seine Arbeit oft der Quadratur eines Kreises, denn die unterschiedlichen Exponate vertragen unterschiedliche Lichtintensitäten: Textilen und beschriebenes Papier sind sehr lichtempfindlich. Goldschmiedearbeiten oder Steinskulpturen haben höhere Toleranzen, sodass solche Objekte möglichst voneinander getrennt werden.

Die im April 2008 neu konzipierte Dauerstellung des Diözesanmuseums kombiniert hingegen verschiedene Objektgruppen, was für die Lichtführung anspruchsvoller ist. Immerhin soll neben der optimalen Ausleuchtung des einzelnen Stückes auch ein Raumeindruck entstehen, der für das jeweilige Raumthema angemessen ist. „Bei uns erweckt etwa der erste Ausstellungsraum mit den Themen Archäologie und Tradition Karls des Großen einen eher nüchternen Eindruck, während die Domschatzkammer eine geheimnisvolle, fast sakrale Stimmung erzeugt“, erläutert Museumsdirektor Hermann Queckenstedt.

Nach der Wiedereröffnung habe mancher Besucher verwundert gefragt, ob in der Ausstellung dieselben Objekte wie früher zu sehen seien. In diesem Zusammenhang verweist Daniel Zerlang-Rösch gern auf seine Lichtinszenierung der Skulptur des heiligen Joseph, der mit Christus an der Hand seinem Ziel zustrebt. Das Zentrum des Lichtes liege bewusst auf dem Kind, so dass dieses —  im Gegensatz zum unbeleuchteten oder gleichmäßig ausgeleuchteten Zustand — in den vorrangigen Blick des Betrachters gerate. Zugleich bringe die Lichtführung aber auch das warmherzige Lächeln im Gesicht Josephs zur Geltung.