08.05.2020

Öffentliche Gottesdienste

Jetzt geht es wieder los

Die ersten Gottesdienste sind gefeiert: Seit Montag (11. Mai) können im Bistum Osnabrück wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden. Die Gemeinden gehen damit aber unterschiedlich um.

In der Bremer Propsteikirche St. Johann sind Bankreihen bereits abgesperrt worden. Foto: Katholischer Gemeindverband

Der Osnabrücker Dom dürfte vermutlich die erste Kirche sein, in der nach der Corona-Pause wieder ein öffentlicher Gottesdienst im Bistum stattgefunden hat. Gleich Montagmorgen um 8.30 Uhr und damit zur üblichen Zeit bestand die Möglichkeit, die Messe mitzufeiern. Aber es gilt: Abstand halten. Trotz der Einschränkungen sind es über 30 Frauen und Männer, um das erste Mal nach rund acht Wochen wieder Eucharistie zu feiern. An diesem Samstag und Sonntag (16. und 17. Mai) werden viele Gemeinden nachziehen.

Masken sind empfohlen, Gesangbücher nicht verfügbar. Am Eingang des Doms werden die Eintretenden gebeten, ihren Namen und ihre Adresse zu notieren. Weiße Punkte sind auf die Bänke geklebt, die anzeigen, wohin man sich setzen darf. Zur Kommunion treten die Gläubigen einzeln nach vorne und dürfen die Hostie, die der Priester jedem bereitlegt, von einer Serviette nehmen. Nach jedem Gläubigen wechselt der Küster das Tuch aus. Gesungen wird nur jeweils eine Liedstrophe zu Beginn und zum Schluss.

An weit über 200 Standorten im Bistum können an diesem Wochenende Messen gefeiert werden. Dabei entscheidet jede Gemeinde selbst, ob und wie man sich anmelden muss, ob gesungen wird oder nicht – und ob überhaupt eine Messe gefeiert wird. So hat die Pfarrei Christus König in Osnabrück entschieden, auch weiterhin keine öffentlichen Messen zu feiern. Die Pfarrei St. Elisabeth, ebenfalls in Osnabrück, startet erst eine Woche später. Bad Laer hat den Vorabend des Himmelfahrtstages für den neustart gewählt. Dagegen sind in der Bremer Propsteikirche St. Johann wie in vielen anderen Kirchen auch schon die Absperrbänder angebracht. „Wir sind eine Zulaufgemeinde, die Menschen kommen aus der gesamten Stadt, auch viele fremdsprachige Katholiken, da können wir dem Druck nicht länger standhalten“, sagt Pfarrer Dirk Meyer.

"Wir werden Menschen abweisen müssen und damit enttäuschen"

Maximal 70 Gottesdienstbesucher dürfen die Bremer Propsteikirche betreten – in der Kolumbariumskirche St. Elisabeth, die zur Pfarrei gehört, sind 40 Personen erlaubt. In normalen Zeiten schwanken die Zahlen an den Sonntagen zwischen 80 und 250. Je nachdem, ob die Kinderkirche oder ein Familiengottesdienst stattfinden. Jetzt werden Familien, Paaren und Einzelpersonen die Plätze zuweisen, kontrolliert von Ordnungsdiensten am Eingang. „Es wird sich nicht vermeiden lassen, dass wir Menschen abweisen müssen und damit enttäuschen“, sagt Pfarrer Meyer. Aber Gottesdienste mit Voranmeldung – das ließe sich stadtweit nicht kommunizieren.

Für beide Kirchen, St. Johann und St. Elisabeth, gelten strenge Auflagen – auch beim Austeilen der Kommunion. Auch da gilt: Abstand wahren, sich nicht in den Gängen begegnen, die Hände desinfizieren. „Letztendlich entscheiden die Gläubigen selbst, ob sie den Gottesdienst besuchen und somit ein gewisses Gesundheitsrisiko eingehen“, erklärt Meyer.  Propst Bernhard Stecker sagt es so: „Wir kehren Schritt für Schritt und mit Bedacht in unsere Kirchen zurück. Entscheidend ist die Liebe, die uns untereinander und mit Christus verbindet. Das soll für uns Maßstab sein, auch in dieser Krise.“

In vielen Pfarrbriefen werden vor allem ältere Menschen gebeten, doch lieber zu Hause zu bleiben. "Dort besteht der sicherste Schutz", heißt es zum Beispiel in Oesede. Und in Melle: „Es bleibt ein Restrisiko.“ Dort wird zunächst auch nur am Wochenende zelebriert. Für einen Werktagsgottesdienst fehlen noch die Ordner. Die sind in allen Gemeinden nötig, um sicherzustellen, dass sich die Gläubigen auch an die Regeln halten. Vielerorts wird nur eine Tür geöffnet, damit der Andrang gesteuert wird. Und die Tür bleibt auch offen, damit nicht jeder die Klinke drücken muss.

Während es in den größeren Kirchen kein Problem ist, die Gläubigen auf Abstand zu halten, ist das in kleineren Gotteshäusern nicht so einfach. In Sondermühlen (Melle) zum Beispiel muss sich die Gemeinde deshalb erst noch gedulden. Es werde an einem Konzept gearbeitet, heißt es im Pfarrbrief.

Unterschiedlich gehen die Gemeinden im Bistum mit der Anmeldung um. In Bersenbrück, so heißt es im Pfarrbrief, müsse sich niemand anmelden, der Einlass in die Kirche erfolge nach dem Zeitpunkt der Ankunft. Darüber hinaus sei eine Teilnahme aber unmöglich. In Bramsche wird die Gemeinde gebeten, einen Zettel mit Namen und Anschrift mitzubringen, außerdem ein eigenes Gotteslob. Die Stadtpfarrei in Nordhorn bittet um eine schriftliche Anmeldung. Sie kann telefonisch über das Pfarrbüro des jeweiligen Gottesdienstortes oder per Mail an das Pfarrbüro erfolgen. In Meppen kann man einen Anmeldezettel von der Homepage herunterladen, ausdrucken und ausfüllen.

Domkapitular Martin Schomaker reicht in der Osnabrücker Pfarrkirche St. Johann die Kommunion. Foto: Thomas Osterfeld

Kommunionempfang im Anschluss an die Messe möglich

Und auch beim Umgang mit der Kommunionspendung suchen die Gemeinden noch nach der besten Möglichkeit. Wegen der hohen Gefahr der Ansteckung wird es in der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Süd keine Kommunion geben, heißt es. In Dörpen, Dersum und Heede bietet Pfarrer Johannes Hasselmann denen, die keinen Platz in der Kirche bekommen haben, an, die Kommunion nach dem Gottesdienst zu empfangen.

Die Katholiken in Haren teilen ihre Freude über die Möglichkeit, wieder Gottesdienst feiern zu können, mit den evangelischen Gemeinden. Deshalb werde es am 11. Mai um 19 Uhr zunächst einen ökumenischen Gottesdienst in der St.-Martinus-Kirche geben, heißt es im Pfarrbrief.

pe/asa