03.06.2022

Multireligiöse Feier in der Kindertagesstätte

Mit Texten aus Bibel und Koran

Respekt und Toleranz gegenüber Menschen und Religionen, das hat in der Kindertagesstätte Heilig Kreuz in Osnabrück eine lange Tradition – und zeigte sich auch auf einer bunten multireligiösen Feier auf dem Kita-Gelände.

Gemeinsam beten und feiern, das erlebten jetzt viele Familien in der Kita Heilig Kreuz. Foto: Kita Heilig Kreuz/Claudia Machner

Die katholische Kindertagesstätte Heilig Kreuz im Osnabrücker Stadtteil Schinkel ist seit vielen Jahren ein Ort der Begegnung für Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion. Interreligiöses Arbeiten hat in der Einrichtung eine lange Tradition. So entstand vor etwa zehn Jahren das Projekt „Perlen für Gott“: Kinder lernen dabei mit einem eigens entwickelten elementarpädagogischen Material spielerisch Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Religionen kennen und entwickeln so Respekt und Toleranz.

Das Team mit Kindergartenleiterin Beate Berger hatte sich im Vorfeld nach zwei Jahren Coronapause dafür entschieden, eine multireligiöse Feier mit anschließendem Begegnungsfest zu veranstalteten. Am 20. Mai fand das Fest in und um die Kita herum statt. 

Zahlreiche Familien, ehemalige Kindergartenkinder und Gemeindemitglieder kamen. Imam Aydin Suljakovic und Achim Klein, Pfarrbeauftragter der Pfarrei Heilig Kreuz, standen der Feier gemeinsam vor. Ein Projektchor aus Kita-Kindern hatte Lieder einstudiert. „Gottes Liebe ist so wunderbar“ tönte vielstimmig übers Kita-Gelände und das war spürbar. 

Einige Kinder spielten ein afghanisches Märchen vor. Texte aus Koran und Bibel wurden gelesen und nach christlicher sowie muslimischer Tradition gebetet. Momente der Andacht und Stille wechselten mit Bewegung und Aktion. Beate Berger, Leiterin der Kita, zeigte während der Feier einen Birnbaum, der über und über mit Zetteln behängt war. Darauf hatten Kinder, Eltern und pädagogische Fachkräfte Wünsche aufgeschrieben oder gemalt, die sie für sich persönlich oder für andere Menschen haben. Der Baum wurde nach der Feier auf dem Spielplatz der Kita eingepflanzt.

Nach der Feier gab es zahlreiche Möglichkeiten zur Begegnung. In der Kita war eine Ausstellung aufgebaut: Die Kinder der Kita hatten dafür Gegenstände aus ihren religiösen Traditionen mitgebracht. Außerdem gab es einen Büchertisch mit Literatur zu interreligiösen Themen. In einer Videopräsentation konnten die Gäste das Miteinander im Kita-Alltag sehen. 

Ein Büfett aus Spezialitäten der Herkunftsländer der Familien lud zum gemeinsamen Essen ein. Auch ein Eiswagen war erschienen. Als besonderes Highlight war ein „Wünsch-O-Mat“ aufgebaut, aus dem – ähnlich einem Kaugummiautomaten – gute Wünsche und Sprüche gezogen werden konnten. Auf vielerlei Weise fand so Begegnung statt, und alle Gäste waren sich einig: Es war ein gelungenes Fest. (bb)