28.12.2019

Sternsingeraktion wird eröffnet

Osnabrück begrüßt 2000 Majestäten

Es herrscht „Sternsingerwetter“ in Osnabrück. Über 2000 Kinder und Jugendliche sind gekommen, um die Sternsingeraktion des Jahres 2020 bundesweit zu eröffnen. Temperaturen um den Gefrierpunkt, dazu ein nur leicht verhangener Himmel. Für BDKJ-Präses Daniel Brinker sind die äußeren Bedingungen optimal.

Bischof Franz Josef Bode mit Sternsingerinnen udn Sternsingern sowie Vertretern des BDKJ und des Kindermissionswerks. Fotos: Matthias Petersen

Bischof Franz-Josef Bode strahlt. Gerne lässt er sich im Kreis von Mädchen und Jungen, die als Sternsinger verkleidet sind, fotografieren. Sein Bistum hat das Kindermissionswerk eingeladen, um vor und im Dom die neue Aktion zu eröffnen. Es sei ein wichtiges Zeichen, dass Kinder und Jugendliche den Segen in die Häuser brächten und dabei Geld für arme Kinder sammelten, sagt der Bischof. „Frieden ist eines der wichtigsten Themen, weil die Welt dermaßen zerrissen ist. Das Netzwerk, das die Kinder und Jugendlichen untereinander bilden, auch mit den Menschen im Libanon und darüber hinaus, ist ein Zeichen, das man nicht übersehen kann.“

An der Eröffnung nehmen 2000 Sternsinger und 500 erwachsene Begleiter aus 80 Pfarrgemeinden teil, davon allein 1600 Sternsinger aus dem Bistum Osnabrück. Zudem sind 400 Sternsinger aus den neun (Erz-)Bistümern Aachen, Paderborn, Trier, Hildesheim, Essen, Regensburg, Mainz, Münster und Rottenburg-Stuttgart nach Osnabrück gekommen.

Der Aktionstag beginnt mit Musik von „Randale“ aus Bielefeld, dann steht der Bischof den jungen Sternsingern Rede und Antwort. Er erzählt, wie er als Zehnjähriger selbst mit der Sammeldose unterwegs war. Und er lobt die Kinder, die es ihm heute nachmachen. Sie sollten auch in die Häuser gehen, in denen Armut und Einsamkeit herrschten, sagt er. Und wünscht sich, dass das Sternsingen für die Kinder keine einmalige Sache bleibe: „Macht auch im nächsten Jahr wieder mit.“

Auf dem Platz vor dem Dom haben sich Sternsinger aus dem Bistum Osnabrück, aber auch aus ganz Deutschland versammelt.

Dass es kalt ist, scheint für die meisten Kinder und ihre Begleiter kein Problem zu sein. „Das ist typisches Sternsingerwetter“, sagt Pastor Daniel Brinker. Er ist im Bistum Osnabrück Präses des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der die Aktion verantwortet. Gesammelt wird für Kinder weltweit, der Schwerpunkt liegt auf dem Libanon. Anfang 2019 haben die Sternsinger in ganz Deutschland mehr als 50 Millionen Euro gesammelt, im Bistum Osnabrück war es mehr als eine Million.

Im Laufe des Tages erleben die Sternsinger in Osnabrück eine Vielzahl an Aktionen. Nach einem Zug durch die Innenstadt darf sich die Gruppe aus Spelle stellvertretend ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Im Dom erinnert der Bischof dann in einem Wortgottesdienst daran, dass Jesus „die größte Geburtstagspartie der Welt“ feiern könne. Und die Freude über die Geburt Jesu würden die Sternsinger jetzt in die Häuser tragen. „Eure Stern sind dabei ein Zeichen des Lichtes in der Dunkelheit“, ruft der Bischof den Kindern und Jugendlichen zu. „Ihr könnt die Herzen der Menschen verwandeln.“

Weil nicht alle Sternsinger in den Dom passen, wird zeitgleich auch in drei anderen Kirchen gefeiert. „Ihr seid wahre Friedensbringer! Kriege, Konflikte, Gewalt und Unfrieden zu Hause oder in der Schule – all das ist Gift für Kinder. Deshalb ist Frieden so wichtig“, sagte Pfarrer Dirk Bingener, Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“, in Richtung der vielen Könige in ihren prächtigen Gewändern. „Mit dem Segen, der ihr seid, bringt ihr Freude, Licht und Frieden in die Häuser, die ihr besucht – und in die ganze Welt“, so Bingener. Thomas Andonie, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), wandte sich ebenfalls an die Kinder und Jugendlichen: „Ihr schnappt euch in den kommenden Tagen eure Gewänder, eure Kronen, eure Sterne, die Kreide und die Sammeldosen. Damit habt ihr die wichtigsten Wegbegleiter für die Sternsingeraktion beisammen. Ihr setzt euch ein, dass ihr und alle Kinder – ob aus Europa, Asien, Lateinamerika oder Afrika – in Frieden und ohne Angst und Gewalt aufwachsen könnt. Ihr fordert zurecht eine bessere, eine gerechtere Welt!“

pe

Wie die Sternsinger von der Insel Langeoog den Tag erlebt haben, lesen Sie in der Ausgabe des Kirchenboten vom 5. Januar.

Mehr zur Sternsingeraktion gibt es hier.