20.05.2020

Familie macht mit bei der "Pfingstnovene"

Täglich eine kurze Hausandacht

Einheit, Friede, Versöhnung: Es gibt viele Gründe, den Heiligen Geist um seinen Beistand zu bitten. Die Pfarreiengemeinschaft in Salzbergen/Holsten-Bexten bietet deshalb vor Pfingsten geistliche Impulse für kleine Hausandachten an. Die Familie Hülsing-Stroot will an dieser „Pfingstnovene“ teilnehmen.

Die Familie Hülsing-Stroot aus Holsten-Bexten will sich zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten jeden Tag zu einer kurzen Hausandacht zusammensetzen und damit bei der "Pfingstnovene" in der Pfarreiengemeinschaft mitmachen. Foto: privat

Mit dem Begriff „Pfingstnovene“ ist eine neuntägige Gebetszeit zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gemeint, zu der sich vor allem katholische Christen zu Hause versammeln. Susanne Hülsing-Stroot, ihr Mann und ihre vier Kinder wollen in diesem Jahr zum ersten Mal dabei mitmachen. „Das wird eine neue Erfahrung für uns“, sagt die Küsterin aus der St.-Marien-Gemeinde in Holsten-Bexten – auch wenn sich die Familie sonst sehr in der Kirche beheimatet fühlt. Das Mittagsgebet ist für sie genauso selbstverständlich wie der Kirchgang am Sonntag. Und fast alle Kinder, die im Alter zwischen 17 und acht Jahren sind, engagieren sich in der Gemeinde unter anderem als Messdiener. Aber Hausandachten in dieser Form haben sie bisher noch nicht gefeiert. „Unsere Töchter und Söhne mussten erst mal eine Nacht darüber schlafen, aber jetzt kommen sie gerne dazu“, sagt ihre Mutter.

Jeden Tag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten wollen sich die Hülsing-Stroots nun in den frühen Abendstunden für zehn Minuten zusammensetzen – bei schönem Wetter draußen rund um den Terrassentisch mit Blick in den Garten. Dann zündet eins der Kinder eine Kerze an, alle machen ein Kreuzzeichen und singen ein Lied. Danach liest einer oder eine aus der Runde eine Bibelstelle vor, der nächste spricht einen vertiefenden Text dazu und vor dem Abschlusssegen darf jeder seine Bitten an den heiligen Geist richten. 

Susanne Hülsing-Stroot freut sich richtig darauf: „Das wird sicher eine schöne Zeit für uns als Familie mit Gott.“ Und das besonders mit Blick auf die vergangenen Wochen, die so sehr von der Corona-Krise geprägt waren. Der Familie haben nach ihren Worten die Gottesdienste gefehlt, „die Messe am Wochenende gehört für uns einfach dazu.“ Die 15-jährige Tochter Johanna war wie der achtjährige Gerd enttäuscht, dass mit der Firmung und der Erstkommunion zwei für sie wichtige Feste abgesagt werden mussten, auf die sich beide intensiv vorbereitet hatten. „Innerhalb von zwei Wochen hätten wir das alles gern mit der ganzen Familie gefeiert“, sagt ihre Mutter. Auch weil beides verschoben werden musste, hat sich die Familie zur Pfingstnovene entschlossen: „Die ist wirklich eine gute Idee.“

Fester Ablauf für jeden der neun Tage

Und die stammt von Michael Hackenberg, Pastoralreferent in der Pfarreiengemeinschaft St. Cyriakus Salzbergen und St. Marien Holsten-Bexten. Er erinnert daran, wie viele Menschen in ganz verschiedener Weise unter der Krise gelitten haben und glaubt, dass es viele gute Gründe gibt, gerade jetzt den Heiligen Geist um seinen Beistand zu bitten. „Das ist das globalste Gebet, das man sich vorstellen kann. Seine persönlichen Anliegen im Kleinen kann dabei jeder von uns mit den Anliegen im Großen verbinden.“ Er denkt an Kranke und ältere Menschen, an Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken, an Menschen in Not – an Familien, die es schwer haben. Mit Gemeindekatechetin Simone Casper hat Hackenberg daher kleine Hausandachten für jeden Tag zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten vorbereitet, die interessierte Teilnehmer dem Pfarrbrief entnehmen oder im Internet herunterladen können.

Hackenberg und Casper laden vor allem Familien dazu ein, sich mit diesem Material in der Hand jeden Tag für etwa zehn Minuten zu einer bestimmten Zeit zum Gebet zu treffen. Das kann nach dem Mittagessen sein, am Nachmittag zur Kaffeezeit oder auch am frühen Abend. Für jeden der neun Tage gibt es einen festen Ablauf mit Liedern, Schriftstellen und Texten, die die Teilnehmer mit eigenen Gedanken ergänzen können. „Jeder Tag hat als Thema eine bestimmte Gabe, die der Heilige Geist uns schenkt und bewirkt“, sagt Hackenberg. Das sind zum Beispiel Liebe, Versöhnung oder Wahrheit.  Simone Casper hofft, dass die tägliche Gebetszeiten bei den Teilnehmern auch die Hoffnung verbreiten, „dass alles wieder gut wird, dass wir den Weg aus der Krise schaffen.“ 

Petra Diek-Münchow

Die Texte für die „Pfingstnovene“ liegen dem Pfarrbrief bei und in der Salzbergener Kirche aus. Außerdem kann man sie auf der Homepage der Pfarreiengemeinschaft herunterladen. Dort gibt es auch den Link zum Youtube-Kanal – mit „Liedern aus unserer Kirche“, die ebenfalls für die Hausandachten genutzt werden können.


Zur Sache

Bei der Pfingstnovene wird an den neun Tagen zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten um das Kommen des Heiligen Geistes gebeten. Der Begriff „Novene“ stammt aus dem Lateinischen: „novem“ für die Zahl neun. Auch das Osteuropa-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, Renovabis, ruft schon seit 25 Jahren zu diesem Hausgebet auf. In diesem Jahr lädt die Pfingstnovene dazu ein, sich im Gebet mit den Menschen in der Ukraine zu verbinden.