30.03.2021

Präsenzgottesdienste zu Ostern

Möglichst Schnelltests machen lassen

Präsenzgottesdienste zu Ostern sind grundsätzlich möglich, schreibt Bischof Franz-Josef Bode in einem Brief an die Gemeinden. Wegen der bevorstehenden Ausgangssperre in Stadt und Landkreis Osnabrück haben sich bereits zeitliche Änderungen für Gründonnerstag und Karsamstag ergeben.

Auch zu Ostern werden die Kirchenbänke spärlich besetzt sein, wie unser Foto aus der Osnabrücker St.-Barbara-Kirche am Palmsonntag zeigt. Foto: Thomas Osterfeld

Bode wünscht sich persönlich diese Gottesdienste. „Es kann aber vor Ort aus schwerwiegenden Gründen auch entschieden werden, dass keine öffentlichen Präsenzgottesdienste gefeiert werden. Solche gut abgewogenen Entscheidungen werde ich nicht anfragen, sondern solidarisch mittragen.“ 

Ausdrücklich dankt der Bischof in dem Brief allen, die „mit einem hohen Engagement die Gottesdienste der Karwoche und der Ostertage in den Kirchengemeinden vorbereiteten“.

Aus dem Osnabrücker Dom werden von Gründonnerstag bis Ostersonntag vier Gottesdienste live im Internet übertragen, die der Bischof zelebriert. Sie sind auf der Homepage des Bistums zu sehen. Dort sind auch die Uhrzeiten verzeichnet. Einige Änderungen haben sich bereits ergeben, weil ab Mittwoch, 31. März, eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr in Osnabrück gilt. Der Gottesdienst am Gründonnerstag findet deshalb schon um 19 Uhr statt, ebenso wie die Auferstehungsfeier am Karsamstag. 

Auch im Land Bremen wird es in den meisten katholischen Kirchengemeinden an den Kar- und Ostertagen Präsenzgottesdienste geben. Das hat eine erneute Videokonferenz der Pfarrer und weiterer Seelsorgerinnen bekräftigt. Für alle Gottesdienste ist eine Anmeldung erforderlich, es besteht eine Maskenpflicht und es gibt keinen Gemeindegesang. 

Aufgrund der beschränkten Zahl an Kirchenbesuchern mussten einige Kirchengemeinden interessierten Gläubigen bereits Absagen für die Teilnahme am Ostergottesdienst oder an der Karfreitags-Liturgie erteilen. Propst Bernhard Stecker rief die Kirchenbesucher ebenso wie die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter eindringlich dazu auf, zuvor Schnelltests machen zu lassen. Er wies darauf hin, dass es im Falle einer dramatischen Entwicklung der Inzidenzzahlen eine neue Bewertung geben werde. Die Gottesdienste selbst sollen kürzer und schlichter ausfallen als in Zeiten vor Ausbruch der Corona-Pandemie.

Einige Pfarrer und Seelsorgerinnen berichteten in der Videokonferenz, ihnen sei die Entscheidung angesichts des Infektionsgeschehens sehr schwergefallen. In einigen Gemeinden hatte es zuvor lange Diskussionen über das Für und Wider von Präsenzgottesdiensten im Kirchenvorstand und im Pfarrgemeinderat gegeben. Ein Priester sprach von einer „belastenden Situation“ und sagte: „Wie man es macht, macht man es verkehrt.“

In der Kirchengemeinde St. Raphael im Bremer Osten werden an den Kar- und Ostertagen anders als in den übrigen katholischen Kirchengemeinden der Stadt keine Präsenzgottesdienste gefeiert. Stattdessen werden per Livestream Gottesdienste aus der St. Antonius-Kirche im Stadtteil Osterholz auf dem Youtube-Kanal „Raphael Bremen“ übertragen. Für diesen Weg haben sich das Pastoralteam, der Pfarrgemeinderat und der Kirchenvorstand von St. Raphael nach ausführlicher Diskussion und Abwägung entschieden. Die übrigen Kirchen der Gemeinde – St. Hedwig (Neue Vahr), St. Thomas (Blockdiek) und St. Godehard (Hemelingen) – werden an den Feiertagen für das stille Gebet geöffnet sein. Der Kirchenraum wird dort besonders gestaltet, und zu bestimmten Zeiten werden Ansprechpartner für Gespräche bereitstehen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte sich eine Zwei-Drittel-Mehrheit von Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand gegen Präsenzgottesdienste ausgesprochen. Angesichts der neuen Entwicklung, der Entscheidung in den übrigen Kirchengemeinden und der Empfehlung des Osnabrücker Bischofs für Präsenzgottesdienste wurde eine erneute Beratung angesetzt. Die Gremien zeigten sich dankbar dafür, dass Pfarrer Marc Weber dem Votum der Mehrheit folgte, obwohl er selbst eine andere Auffassung vertrat. Diese Regelung gilt über die Ostertage hinaus vorerst bis zum 18. April. Dann wollen die Gremien aufgrund der aktuellen Entwicklung der Corona-Pandemie neu beraten.

In der Stadt Meppen verzichten die katholischen Gemeinden auf Präsenzgottesdienste. Ab dem 1. April seien sie ausgesetzt, heißt es in einer Mitteilung. Eine Ausnahme bildeten Gottesdienste anlässlich von Beerdigungen und Taufen. Die Regelung gelte so lange, bis die nächtliche Ausgnagssperre aufgehoben sei. "Die Situation, in der wir uns als Gesellschaft befinden, scheint es uns leicht zu machen, wenn wir durch das Leiden und Sterben mitgehen. Doch die Auferstehung mit freudiger Stimme zu feiern, ist nicht möglich", heißt es in der Mitteilung. Sorge und teilweise auch Angst erfüllten viele Teile unserer Gesellschaft und viele seien hin- und hergerissen. "Wir als Kirche und wir als kirchliche Mitarbeiter sind Teil unserer Gesellschaft und wollen unseren Beitrag leisten, um zum Abbau der Sorgen und Ängste beizutragen."

In den Harener Gemeinden St. Martinus, Herz-Jesu, St. Clemens, St. josef und St. Maria finden ebenfalls zu Ostern keine Präsenzgottesdienste statt. Aus St. Martinus wird ein Livestream angeboten. Zum Gebet und zur Stille bleiben die Kirchen geöffnet. Im Pfarrbrief schreibt Pfarrer Tobias Kotte: "Mir ist bewusst, dass diese Entscheidung – gerade zum wichtigsten Fest, das wir Christinnen und Christen haben – ein schwerer und schmerzlicher Einschnitt ist, für alle, die gerne an den Gottesdiensten der Kar- und Ostertage in den Kirchen teilgenommen hätten, und auch für uns Priester und Hauptamtliche, die die Gottesdienste gerne in unseren Kirchen mit Ihnen gefeiert hätten." Er wolle aber die wieder deutlich bedrohlichere Pandemielage und die entsprechenden staatlichen Regelungen ernst nehmen und hoffe so, einen solidarischen Beitrag leisten zu können zum Schutz vor einer Infektion mit dem Corona-Virus und zur Eindämmung der dritten Welle der Pandemie.

Andere Gemeinden reagieren mit einer Verlegung der Anfangszeiten auf die Ausgangssperre, die im Landkreis gilt. So beginnt die Auferstehungsfeier in Rhede statt um 21 Uhr bereits zwei Stunden früher. In der Pfarreiengemeinschaft Lengerich-Bawinkel wird nur in den beiden großen Kirchen Gottesdienst gefeiert, außerdem in der Klosterkirche Handrup. Am Gründonnerstag und Karstamstag geht es schon um 19.30 Uhr los, am Ostermorgen erst um 6.30 Uhr. Am Karfreitag bleibt es bei 15 Uhr, alle anderen Gottesdienste fallen aus.

(kb)