25.09.2019

Ehrenamtliche mit Sonnenschein-Preis ausgezeichnet

„Technik ist kein Selbstzweck"

Weihbischof Johannes Wübbe hat die Träger des Sonnenschein-Preises ausgezeichnet. In diesem Jahr stehen Initiativen im Mittelpunkt, die sich in ihrem sozialen Umfeld vorbildhaft mit dem digitalen Wandel beschäftigen.

Als Brückenbauer zwischen der realen und digitalen Welt wurden mehrere Gruppen ausgezeichnet. Foto: cpo/Roland Knillmann

Bei einer Feier im Papenburger Mariengymnasium haben Mitglieder dreier Projekte und zwei Einzelpersonen aus der Hand von Weihbischof Johannes Wübbe den Sonnenschein-Preis für ihr ehrenamtliches Engagement erhalten. Je 1000 Euro gingen an die [U25] genannte Suizidprävention in Lingen, an die Chatberatung der Telefonseelsorge Osnabrück sowie an die Türöffner-Initiative aus Wellingholzhausen. Albert Vinke aus Papenburg und Werner Rohdenburg aus Bremen wurden für ihr persönliches Engagement mit einer Urkunde, einem Theatergutschein und einer Einladung in ein Restaurant geehrt.

Der Preis für ehrenamtliches Engagement wird von der Caritas-Gemeinschaftsstiftung Osnabrück ausgelobt und ist nach Carl Sonnenschein benannt. Der katholische Priester wirkte unter anderem in Berlin als Sozialreformer. Weihbischof Johannes Wübbe betonte: „Es hat den Stiftungsrat wieder sehr beeindruckt, wie vielfältig ehrenamtliche Initiativen und Einzelpersonen Brücken zwischen der digitalen und der realen Welt bauen und damit anderen Menschen helfen.“ Mit diesem Engagement bekomme der digitale Wandel ein menschliches Gesicht. „Technik ist kein Selbstzweck, sondern muss für die Menschen einen Nutzen haben“, sagte der Weihbischof.  

Chat-Beratung der Telefonseelsorge: Sie steht seit 2018 zusätzlich zur Telefonberatung zur Verfügung und wird vor allem von jungen Menschen genutzt. Diese können kurzfristig einen Termin vereinbaren und per Chat mit Ehrenamtlichen über Fragen und Probleme schreiben. 15 Ehrenamtlichen sind dafür im vergangenen Jahr zu Chat-Seelsorgern ausgebildet worden. Diese Form der Seelsorge wurde eingerichtet, weil junge Menschen weniger telefonieren und durch den Schutz der Anonymität per Chat offener Probleme kommunizieren. Das Angebot ist anonym und kostenlos.

Ökumenische Türöffner-Initiative: Sie existiert in der Kirchengemeinde St. Bartholomäus in Wellingholzhausen. Rund 20 Ehrenamtliche suchen vor allem ältere Menschen zu Hause auf und gestalten mit ihnen die Freizeit. Durch eine besonders sorgfältige Auswahl der ehrenamtlichen Besucher gewährleisten die Türöffner, dass Besucher und Senioren gut zueinander passen und zum Beispiel Hobbys und Interessen oder lebensgeschichtliche Berührungspunkte haben. Die Ehrenamtlichen setzen für ihre Arbeit auch digitale Medien ein, um das Engagement effizient zu gestalten.

Auch ein Bremer wurde ausgezeichnet (v.l.): Gerrit Schulte (Stiftungsrat),
Werner Rohdenburg (Preisträger), Weihbischof Johannes Wübbe und Moderator
Ludger Abeln. Foto: Caritas Bremen

[U25] Online-Suizidprävention: Jugendliche sind die Altersgruppe mit der höchsten Suizidversuchsrate; täglich nehmen sich ein bis zwei junge Menschen im Alter zwischen 15 und 25 das Leben. Unter dem Motto „Ein Gespräch kann Leben retten“ bietet die Suizidprävention der Lingener Caritas ein niedrigschwelliges Hilfeangebot für junge Leute an. Mit einer Online-Beratung per E-Mail können diese sich an ehrenamtliche Berater wenden, die im gleichen Alter wie die Betroffenen sind und daher einen besonders guten Zugang haben. Das Angebot ist anonym und kostenlos. Die Ausbildung und Begleitung der jungen Berater geschieht durch eine hauptamtliche Mitarbeiterin. Die Berater setzen sich außerdem im Rahmen von Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen für die Aufklärung zu den Themen Suizid, Krisen und psychische Gesundheit ein.

Albert Vinke (82) aus Rhede macht seit vielen Jahren die Geschichte seiner Heimat lebendig, indem er Bilddokumentationen erstellt. Damit werden Jüngere und Ältere lebendig an geschichtliche Themen herangeführt. Vinke nutzt bei seiner Arbeit intensiv digitale Medien.

Werner Rohdenburg (69) hilft im Bremer Caritas-Stadtteilzentrum St. Michael älteren Bewohnern beim Umgang mit digitalen Medien. Damit eröffnet er den Senioren einen einfachen Zugang zur digitalen Welt von E-Mail, Skype und Messenger-Diensten.

Roland Knillmann