31.01.2020

Firmvorbereitung

Sportlich zur Firmung

Zwölf Sportarten und ihren Bezug zum Glauben stellt der Sportverband Deutsche Jugendkraft in einer neuen Broschüre vor. Ziel ist es, mehr Bewegung in die Firmvorbereitung einzubauen. Denn: „Sport ist ein Thema, womit man Jugendliche gut erreicht“, sagt Referentin Daniela Otto.

Den Kopf frei bekommen, sich selbst kennenlernen, ungezungen miteinander reden, neue Perspektiven entwickeln – all das geht wunderbar, wenn man miteinander unterwegs ist. Foto: imago 

Eigentlich ist ein Sportverein nicht der klassische Ansprechpartner für Firmkatecheten. Bei der DJK (Deutschen Jugendkraft) ist das anders. Die DJK ist ein christlich-werteorientierter Sportverband unter katholischem Dach. Im Erzbistum Köln hat der Verband sogar einen Arbeitskreis „Kirche und Sport“. Der organisiert unter anderem Sportlerwallfahrten, Sportexerzitien, Fussballturniere und Laufevents für Firmgruppen. Jetzt haben sich die  Mitglieder auch Gedanken gemacht, wie Bewegung etwas zu einer gelungenen Firmvorbereitung beitragen kann. „Es lohnt sich, die Begeisterung für Sport und Bewegung zu nutzen und sich auf einen bewegten Weg zur Firmung zu machen“, betonen die Autoren im Vorwort einer Broschüre, die der Verband jetzt herausgegeben hat. In dem Heft werden zwölf Sportarten vorgestellt, die für die Firmvorbereitung geeignet sind. Jede Sportart wird erklärt, dazu gibt es ausgearbeitete Gruppenstunden. „Sport ist ein Thema, mit dem man junge Menschen erreichen kann“, erklärt Referentin Daniela Otto. „Es ist kein trockener Einstieg und verändert den Blickwinkel.“ Ein paar Beispiele:


Geocashen
Geocashen ist eine Schnitzeljagd mit Hilfe von GPS-Daten. Der Bezug zur Bibel ist hier schnell hergestellt: Auch Jesus erzählt in Gleichnissen von der Freude beim Finden und von gefundenen Schätzen (Mt. 13). Entweder man nutzt vorgegebene Routen oder man verstekct die Dosen selbst an kirchlich relevanten Orten und stellt die GPS-Koordinaten so zusammen, dass sich eine Wanderung durch die Gemeinde ergibt. Am Ende reden die Firmlinge darüber, an welchem Schatz ihr Herz hängt.

Klettern
Beim Klettern kann man hoch hinaus kommen, aber auch eigene Grenzen kennenlernen. Gleichzeitig geht es bei dieser Sportart viel um Vertrauen, um Knoten, die einem auf dem Weg nach oben aber auch im Leben Halt geben können und um Ziele, die jeder hat und zu denen man klettern will. Das Klettern sollte jedoch nur in entsprechenden Hallen mit geschultem Personal stattfinden. In der Reflexionsrunde kann darüber gesprochen werden, mit wem man besonders verknotet ist, wer oder was den Firmlingen im Leben Halt gibt und wo in ihrem Leben Knoten vorkommen. 

Laufen
Beim Laufen wird der ganze Körper gefordert. Die Firmlinge erfahren, dass es guttut, sich körperlich zu betätigen. Dabei steht das Gemeinschaftserlebnis im Vordergrund, nicht der sportliche Wettkampf. Indem zum Beispiel der Langsamste das Tempo bestimmt, wird Rücksichtnahme geübt. Sich dem Guppentempo anzupassen, aufeinander zu achten, sich zurückzunehmen, das sind wichtige Erfahrungen, die anschließend besprochen werden können. Eine Laufrunde von etwa fünf Kilometern ist ideal zum Einstieg. Zum Nachdenken können Bibelsprüche mit auf den Weg gegeben werden, zum Beispiel „Mit meinem Gott überspringe ich Mauern“ (Ps 18,30) oder „Darum laufe ich nicht wie einer, der ziellos läuft“ (1. Kor. 9,26).

Stand Up Paddling
„Was trägt mich in meinem Leben und welche Rolle spielt Jesus dabei?“ Das können Fragen sein, die im Rahmen einer Stand-Up-Paddling-Aktion besprochen werden können. Diese Trendsportart wird an vielen Seen angeboten. Dabei stehen die Teilnehmer auf einem Surfbrett und paddeln stehend oder kniend auf dem Wasser. Das erfordert sehr viel Balance.  Durch das Thema Wasser kann in dieser Einheit auch über die Taufe und die Bedeutung des Christseins gesprochen werden. Auch der Gang von Petrus über dem Wasser passt gut zu der Aktion. Katechetin Marianne Komp aus Zürich hat das mit Firmlingen bereits erlebt  und erinnert sich an den Balanceakt auf den Brettern: „Die Jugendlichen konnten viel besser nachvollziehen, wieso Petrus auf dem Wasser Angst bekam. Daraus entstand ein großartiges Gespräch.“
Bevor eine solche Einheit geplant wird, ist es natürlich wichtig, abzufragen, ob alle Teilnehmer schwimmen können. 

Trampolin springen
Freudensprünge können Firmlinge gut auf einem Trampolin machen. Die biblische Geschichte von Elisabeth und Maria, in der das ungeborene Kind im Mutterleib vor Freude hüpft, kann hier gut genutzt werden, um das Frohmachende im Leben und im Glauben herauszustellen. Was macht mich froh? Was beflügelt mich? Jesus hat eine frohmachende Botschaft. Was bedeutet sie mir? Das sind Fragen, die während eines Aufenthalts in einem Trampolinpark besprochen gut werden können. 

Wandern
Wandern, Unterwegssein, die Bewegung in der freien Natur, das alles hat im Glaubensleben eine lange Tradition. Pilgern und Wallfahren sind sogar die ursprünglichste Form des Wanderns. 

Wer mit der Firmgruppe eine spirituelle Wanderung plant, sollte sich in der Gegend gut auskennen und die Route im Vorfeld einmal selbst abgelaufen sein. Dabei zeigt sich auch, welche Stellern sich gut für eine Pause und einen Impuls eignen. Viele biblische Stellen haben einen Bezug zum Unterwegssein: etwa Jesu Wanderung in der Wüste, der Weg der Israeliten durch das rote Meer oder das Zitat Jesu „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Letztlich kann über das ganze Leben im Bild einer großen Wanderschaft gesprochen werden. Während der Wanderung können die Firmlinge sich austauschen. Oft empfiehlt es sich auch, ein Stück Weg schweigend zu gehen, um Raum für eigene Gedanken zu lassen. Auf festes Schuhwerk sollte bei dieser Aktion geachtet werden.

Fahrrad fahren
Beim Radfahren spielt der Fahrtwind eine große Rolle. Unterwegs können die Jugendlichen ihn zum Beispiel erspüren: Er kann angenehm kühlen, aber auch anstrengen: So brauchen sie bei Gegenwind mehr Kraft. Bei Rückenwind oder im Windschatten des Vordermannes fährt es sich leichter. Diese Erfahrungen können gut mit der Wirkung des Heiligen Geistes in Verbindung gebracht werden: Bei Gegenwind: Kraft sparen; durch Fahrtwind: Kühlung erhalten; bei Rückenwind: die Kraft des Windes nutzen.

Astrid Fleute
 

Zur Sache

Eine Handreichung zur „Bewegten Firmung“ hat der Arbeitskreis „Kirche und Sport“ im Erzbistum Köln in Zusammenarbeit mit dem DJK herausgegeben. Das Heft kann bundesweit bestellt werden. Es enthält Hintergrundinformationen, Erfahrungsberichte und ausgearbeitete Vorschläge für Sport-Gruppenstunden.

Das Heft kann für 2,50 Euro (zwei Euro ab zehn Exemplaren), zzgl. Porto bezogen werden bei: DJK Sportverband, Am Kielshof 2, 51105 Köln, info@djkdvkoeln.de, Telefon 02 21/998 08 40, www.djkdvkoeln.de