27.11.2019

Bischofswort zum Synodalen Weg

Die Stunde ist gekommen

Der Synodale Weg beginnt am 1. Advent. Bischof Franz-Josef Bode äußert sich im Bischofswort über seine Hoffnungen und Wünsche.

Der Beginn des neuen Kirchenjahres jetzt am 1. Advent ist besonders geprägt durch den Beginn des Synodalen Weges, den wir in der Kirche in Deutschland gehen wollen. Er sucht Antworten auf grundlegende Fragen, die sich aus dem Missbrauchsskandal ergeben haben, ist aber auch ein Weg nach vorn zu neuem Vertrauen in unsere Kirche und in unser Christsein in dieser Zeit überhaupt.

Mit rund 240 Personen aus allen Bereichen des kirchlichen Lebens und darüber hinaus ist die Synodale Versammlung vom 30. Januar bis 1. Februar 2020 im Frankfurter Dom St. Bartholomäus dann ein erster Höhepunkt, um sich in synodaler Haltung den Zeichen der Zeit zu stellen und sie im Licht des Evangeliums zu deuten. Verbunden mit der ganzen Kirche in ihrer weltweiten und ganzheitlichen (katholischen) Vielfalt suchen wir nach konkreten Handlungsschritten besonders in den Bereichen einer Kirche der Beteiligung, einer Kirche mit einem verstehbaren und lebbaren priesterlichen Dienst, einer Kirche, in der Frauen mehr und mehr auf allen Ebenen mitwirken, und einer Kirche, die ihr Grundprinzip Liebe durchbuchstabiert, besonders im Blick auf Sexualität und Partnerschaft.

Nicht ohne Grund ist die Wahl auf den Dom von Frankfurt gefallen: ein sakraler Raum inmitten der großen Geschäfts- und Arbeitswelt. Ich selbst werde einige Zeit aufwenden, um im Präsidium des Synodalen Wegs und in der Leitung des Forums „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“ aktiv mitzuarbeiten. Ich tue das gern und hoffe dabei, dass dieser Aufwand auch unserem eigenen Weg im Bistum Osnabrück zugutekommt. Dabei habe ich viele Erfahrungen unserer gemeinsamen Jahre im Rücken, die vielleicht wiederum dem Synodalen Weg zugutekommen.

Paulus ruft uns am 1. Advent zu: „Das tut im Wissen um die gegenwärtige Zeit: Die Stunde ist gekommen, aufzustehen vom Schlaf. Denn jetzt ist das Heil uns näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden“ (Römer 13,11). – Gott segne unseren Weg, damit wir die entscheidende Stunde nicht verpassen!