01.09.2021

Caritas unterstützt bedürftige Familien

Tornister für den Schulstart

Rechtzeitig vor dem Schulstart hat die Caritas wieder ihre Schulranzenaktion in der Grafschaft Bentheim gestartet. 48 Kinder bekamen neue Tornister. 

Freiwillige Helfer packen die Schulranzen für bedürftige Familien. Foto: Caritasverband für den Landkreis Grafschaft Bentheim

Man sollte Kindern nicht schon am Schulranzen ansehen können, ob die Eltern viel Geld haben oder nicht: Das möchte die „Schulranzenaktion“ erreichen, die 2015 im Caritasausschuss der Nordhorner Stadtpfarrei St. Augustinus entstanden ist und seitdem mit Hilfe des Caritasverbandes für den Landkreis Grafschaft Bentheim umgesetzt wird. Jetzt war es wieder so weit: Helferinnen und Helfer haben 48 neue Tornister gepackt – und sogar kleine Schultüten für die Erstklässler. Die gefüllten Ranzen wurden noch vor dem Schulstart Familien mit geringem Einkommen ausgehändigt.

Das Prinzip der Aktion funktioniert folgendermaßen: In Zusammenarbeit mit dem Spielwarengeschäft Schulenberg in Nordhorn beschafft die Caritas für jeweils 60 Euro ein komplettes „Starterpaket“ für Schüler, bestehend aus einem Schulranzen samt Etui, Tuschkasten und Turnbeutel. Zum Vergleich: Ein neuwertiger Schulranzen kostet heute nicht selten 250 Euro. Für die „Schulranzenaktion“ kauft Schulenberg-Geschäftsinhaberin Sabine Wassong die originalverpackten Tornister aus Vorjahresserien kostengünstig bei den Herstellern ein. Finanziert wird die Aktion überwiegend durch Spendengelder.

Über Fürsprecher gelangen die Materialien schließlich zu ihren späteren Nutzern. Diese Fürsprecher können Tafeln, Schulen, Kitas, Beratungsstellen oder Jugendhilfeeinrichtungen sein, die die Betroffenen kennen. Die Familien können einen Ranzen dann zum Preis von 25 Euro gkaufen. Darüber hinaus unterstützt die „Schulranzenaktion“ einzelne Familien, wenn es um Bildung und Teilhabe von Kindern geht. 

"Das ist eine tolle Sache"

Hermann Josef Quaing, Geschäftsführer des Grafschafter Caritasverbandes, betont die Wichtigkeit der Aktion: „Der Kinderschutzbund in Nordhorn hat sich von Schulen verschiedene Bestelllisten zur Einschulung geben lassen. Das Ergebnis: Von den Mitteln aus dem Bildungs- und Teilhabepaket können bedürftige Familien die benötigten Schulmaterialien nicht bezahlen. Und ein Schulranzen war noch gar nicht auf der Einkaufsliste!“ Auch die Erhöhung der Auszahlung von 100 auf 150 Euro pro Jahr ändere an der Situation nicht viel.

Uschi Vox von der Nordhorner Tafel berichtet, dass die „Schulranzenaktion“ stets gut angenommen werde: „Das ist eine tolle Sache. Es macht schon einen Unterschied aus, ob man einen hochwertigen Tornister bekommt oder einen aus dem Billigladen“, sagt sie und erzählt von den strahlenden Augen der Kinder, wenn diese den Ranzen in Empfang nehmen. Gleichzeitig sei es für die Eltern wichtig, dass sie den Ranzen – wenn auch zu einem geringen Preis – selbst gekauft haben und ihn nicht einfach geschenkt bekommen.

Seit 2015 schon 435 Tornister übergeben

Darüber hinaus unterstützt die „Schulranzenaktion“ Familien in konkreten Einzelfällen, wenn es um Bildung und Teilhabe von Kindern geht. Hermann Josef Quaing nennt das Beispiel einer alleinerziehenden Mutter aus Nordhorn mit zwei schulpflichtigen Kindern aus der 4. und 10. Klasse. Da der Kindesvater keinen Unterhalt zahlt, erhält die Mutter einen Unterhaltsvorschuss für die Kinder und lebt selbst von SGB II-Leistungen. Eigentlich kommt die Mutter übers Jahr mit dem Geld aus, etwas anzusparen ist allerdings schwierig. In diesem Jahr wurde die Familie einmalig mit einem kleinen Zuschuss in Höhe von 85 Euro unterstützt. Auch einem alleinerziehenden Vater wurde für die Kinder eine Unterstützung gewährt. Einem Mädchen aus einer Familie mit niedrigem Familieneinkommen wurde die Teilnahme an einem Kurs der Musikschule ermöglicht.

Die „Schulranzenaktion“ konnte bereits zahlreiche ABC-Schützen und Schüler weiterführender Schulen glücklich machen: Einschließlich des diesjährigen Durchgangs konnten seit 2015 insgesamt 435 Tornister an bedürftige Kinder abgegeben werden. Zusammen mit weiteren Einzelfall-Hilfen haben Grafschafter Familien in 2020 eine Unterstützung im Wert von 6715,58 Euro erhalten.

Sebastian Hamel

Unter dem Motto „60 Euro für den fairen Schulstart“ bittet die Caritas auch weiterhin um Spenden.

Nähere Infos unter www.caritas-nordhorn.de