05.07.2019

Spieletipps für das Zeltlager

Und sie spielen und spielen ...

Das traditionelle Sommerzeltager ist für viele Kinder und Jugendliche ein Highlight des Jahres. Und das nicht zuletzt wegen der ideenreichen Spiele, die dort gespielt werden und die die Gemeinschaft fördern. Ein paar Tipps zum Ausprobieren.

Wettbewerb und Herausforderung kann das Team stärken.

In Gruppenstunden und im Zeltlager haben Kinder nicht nur jede Menge Spaß. Ganz spielerisch lernen sie auch, konstruktiv miteinander umzugehen. Es gibt viele tolle Spielideen, die dafür sorgen, dass in der Gruppenstunde oder im Ferienlager Gruppen zusammenwachsen und keine Langeweile und erst recht keine schlechte Laune aufkommen. Vera Seek, Referentin beim Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in Osnabrück, ist begeisterter Spielefan und hat einige Tipps für Gruppen- und Lagerleiter parat: „Spiele sollten immer ein Ziel haben. Was will ich erreichen? Die Kommunikation fördern? Das Team stärken? Es muss einen Rahmen geben, dass klar wird, worum es bei dem Spiel geht und wie es gespielt wird. Gerade bei älteren Jugendlichen sollte man darauf achten, dass man nicht von einem Spiel spricht, sondern vielleicht eher von der Übung oder der Herausforderung. Dann ist die Motivation gleich höher“, betont sie.

Es mache auch immer Sinn, das Spiel zu Ende zu spielen, auch wenn es schwerfällt. „Wenn man abbricht, hat man der Gruppe gespiegelt, dass sie nicht gut ist.“ Eher könne man eine Regel lockern. „Aber ein Erfolgserlebnis am Ende ist wichtig.“ Sinnvoll sei auch eine kleine Reflexionsrunde: Wie habt ihr euch gefühlt? Habt ihr genügend kommuniziert? Für den „Kirchenboten" hat die Sozialpädagogin ein paar Spieletipps herausgesucht. (afl)


Jumping Jack Flash

Anzahl der Spieler: ab 15
Alter: ab sechs Jahre
Dauer: ab zehn Minuten
Material: langes Seil
Ort: draußen
Ziel: Teamwork/Kommunikation

Die Teilnehmer bekommen die Aufgabe, einzeln, nacheinander, aber ohne Lücken zu lassen durch das Seil zu laufen, das die Gruppenleiter schwingen. Wenn eine Lücke gelassen wird oder sich jemand verheddert, muss die gesamte Gruppe neu anfangen. Ist die Aufgabe erledigt, also alle auf der anderen Seite des Seils angelangt, müssen die Teilnehmer zu zweit durch das Seil laufen. Das kann man steigern, bis die ganze Gruppe durch ist oder noch komplizierter machen, indem man das Seil andersherum dreht Dann müssen die Teilnehmer einmal hüpfen, um auf die andere Seite zu gelangen.

 

Schneller Ball

Anzahl der Spieler: ab 15
Alter: ab acht Jahre
Dauer: ab 25 Minuten
Material: kleiner Ball (Tennisball)
Ziel: Teamwork/Kommunikation

Zu Beginn wird der Ball so im Kreis hin und her geworfen, dass jeder den Ball nur einmal berührt. Dabei sollte sich jeder Spieler genau merken, von wem er den Ball zugeworfen bekommen hat und an wen er ihn weiterwirft. Ist der Ball einmal komplett durch, müssen ihn die Teilnehmer in der gleichen Reihenfolge wie zuvor weitergeben– das aber so schnell wie möglich, denn dabei wird die Zeit gestoppt. Ziel des Spiels ist es, dass die Mitspieler einen anderen Weg finden, den Ball schneller weiterzugeben (zum Beispiel durch Umstellen ...) Es wird ein paar Runden dauern, bis wirklich eine gute Lösung gefunden ist, aber es ist machbar, dass eine Gruppe von 15 Personen weniger als fünf Sekunden braucht.


 

Arktis Eisschollenfeld

Anzahl der Spieler: ab fünf
Alter: ab sechs Jahre
Dauer: ab 20 Minuten
Material: mindestens 36 Blätter, Bretter oder Teppichfliesen
Ziel: Teamarbeit/Kommunikation

Es wird ein Feld gelegt, zum Beispiel mit sechs mal sechs Blättern. Der Spielleiter denkt sich einen geheimen Weg aus, wie die Spieler laufen müssen, um auf die andere Seite des Feldes zu gelangen. Jetzt beginnt der erste Spieler auf der ersten Platte. Er geht einen Schritt weiter. Wenn dieser Zettel zum Weg gehört, erhält er ein „Okay“. Ist der Schritt falsch, muss er das Feld wieder verlassen. Dann versucht der nächste Spieler sein Glück. Dabei sollte er sich den Weg der bisherigen Spieler merken. Ziel des Spiels ist es, möglichst schnell und in Teamarbeit alle Spieler über den richten Weg laufen zu lassen. Tritt allerdings der letzte Spieler noch einmal daneben, müssen alle wieder von vorne beginnen.


 

Murmelbahn

Anzahl der Teilnehmer: ab zehn
Alter: ab neun Jahre
Dauer: 60 bis 90 Minuten
Material: Murmeln, Papier, Klebeband, Stecknadeln, Stellwände oder Stühle und alles, was sich so finden lässt.
Ort: Es muss die Möglichkeit gegeben sein, die Gruppen voneinander getrennt bauen zu lassen (unterschiedliche Räume, oder größere Entfernungen)
Ziel: Diese Übung eignet sich, um in Kleingruppen an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten. Hierfür ist eine gute Kommunikation in der Gruppe und zwischen den Gruppen gefragt. Es entsteht aber auch gleichzeitig ein spaßiger Wettbewerbscharakter.

In verschiedenen Kleingruppen sollen die Teilnehmer eine Murmelbahn bauen. Das Material für die Bahn kann von der Spielleitung im Vorfeld gewählt werden. Es ist wichtig, dass die Gruppen möglichst identisches und für die Aufgabe ausreichendes Material erhalten.

Kleingruppen werden gebildet, jede Gruppe wählt eine Person, die als Delegierte agiert. Anschließend werden die Gruppen aufgeteilt auf verschiedene Räume oder Plätze, die gegenseitig nicht einsehbar sind. Alle bekommen nun von der Spielleitung die Aufgabe, zusammen an einer Murmelbahn zu bauen, die mindestens fünf Meter lang ist und aus einer Höhe von zwei Metern starten soll. Jede Gruppe baut ein Teilstück, das hinterher mit den Teilstücken der anderen Gruppen zusammenpasst. Damit die Aufgabe spannender gestaltet wird, bekommt jede Kleingruppe eine zusätzliche Aufgabe (freier Fall, Kurve…), die im Teilstück eingearbeitet werden soll.

Die Bauzeit beträgt 60 Minuten für alle Gruppen. Während dieser Zeit haben die Delegierten insgesamt 20 Minuten Zeit, um Absprachen zu treffen, wie die anderen Bahnen aussehen und welches Teilstück gerade wie gebaut wird. Dafür können Delegierte bei der Spielleitung jederzeit einen Absprachetermin einfordern, solange sie nicht insgesamt über 20 Minuten kommen. Nach Ablauf der Zeit werden alle Teilstücke an einen Ort gebracht und mit den anderen Teilen zusammengebaut. Dabei ist noch einmal Achtsamkeit im Transport gefragt.

Mögliche Spezialaufgaben für die Teilstücke: Baut einen Looping ein, baut eine S-Kurve ein, baut einen freien Fall ein, außerdem muss euer Teilstück mindestens zwei Meter lang sein, baut eine 360°-Kurve ein.

 

 

Land der Achtsamkeiten

Anzahl der Teilnehmer: ab 8 bis 30
Alter: ab neun Jahre
Dauer: 40 bis 60 Minuten
Material: Augenbinden, für jeden Teilnehmer ein farbiges Blatt. Seile, Tücher und alles was, sich so finden lässt.
Ort: Entweder wird die Übung in einem größeren Raum gespielt, in dem Stühle und Tische die Grundlage für Hindernisse darstellen, oder man geht für die Übung in ein abgestecktes Gelände mit Bäumen und Büschen als Hindernissen.
Ziel: Die Gruppe soll gemeinsam eine komplexe Aufgabe lösen, indem jede Person einzeln blind durch das Gelände geht und einen Zettel einsammelt. Um die Übung als Team zu schaffen, ist es wichtig, auf jeden Einzelnen in der Gruppe acht zu geben.

Bevor das Spiel startet, wird der Raum/das Gelände von der Spielleitung vorbereitet. Hierfür wird ein klarer Bereich markiert (abgesteckt oder geklebt), durch den später alle Teilnehmer blind kommen müssen. Es werden Seile und Tücher als Hürden zwischen die Hindernisse gehängt. Auf den Boden können Materialien gelegt werden. Anschließend werden in diesem Bereich bunte Zettel für jede Person verteilt. Einige können auch an schwer zu erreichenden Orten liegen oder leicht versteckt sein.

Die Gruppe wird nun an das abgesteckte Gelände geführt. Es ist nun ihre Aufgabe, alle bunten Papiere aus dem „Land der Achtsamkeiten“ zu holen. Dafür kann jeweils eine einzelne Person mit verbundenen Augen das „Land der Achtsamkeiten“ betreten, der Rest der Gruppe gibt Anweisungen. Sobald die Person ein Hindernis berührt, ist der Versuch, ein Papier aus dem „Land der Achtsamkeiten“ zu holen, gescheitert, und die Person muss den abgesteckten Teil verlassen. Die Spielleitung sollte streng darauf achten, ob eine Berührung stattgefunden hat. Pro Person darf nur ein Zettel geholt werden, dies ist allerdings in mehreren Versuchen möglich.