08.03.2019

Propst entscheidet sich für eine Frau

Vom Priesterdienst entpflichtet

Bischof Franz Josef Bode hat den früheren Meppener Pfarrer Dietmar Blank vom Priesterdienst entpflichtet. Der 68-Jährige, der seit kurzem im Ruhestand ist, hatte darum gebeten, weil er mit einer Frau zusammenleben möchte.

Vom Priesterdienst entpflichtet: Pfarrer Dietmar Blank Foto: Archiv

Dietmar Blank war bis Februar Propst in der Meppener St.-Vitus-Gemeinde und Pfarrer der Pfarreiengemeinschaft Meppen-Süd. Im Herbst 2018 hatte er Bischof Franz-Josef Bode mitgeteilt, dass er wegen seiner angeschlagenen Gesundheit in den vorzeitigen Ruhestand eintreten möchte und ihn dann im Januar 2019 über seine weiteren Zukunftspläne informiert – verbunden mit der Bitte um Entpflichtung vom priesterlichen Dienst. Bode hat der Bitte mit Bedauern entsprochen. Blank lebt nach unseren Recherchen jetzt mit einer Frau bei Münster zusammen.

In einem Brief, der in den Gemeindegottesdiensten verlesen worden ist, dankt Bischof Bode dem früheren Meppener Propst ausdrücklich für seinen „zuverlässigen priesterlichen Dienst“ und wünscht ihm „von Herzen Gesundheit und Gottes reichen Segen für die Zukunft.“

Die Entpflichtung vom priesterlichen Dienst bedeutet laut Bistumssprecher Hermann Haarmann unter anderem, dass Blank nicht mehr heilige Messe halten oder die Beichte hören darf. Aus dem Priesterstand, zu dem auch die zölibatäre Lebensform gehört, ist Blank damit allerdings noch nicht entlassen. Dazu mus er nach Worten von Haarmann und Diözesanrichter Stefan Schweer selbst einen Antrag auf Laisierung an Rom stellen. „Von der Verpflichtung zum Zölibat kann ihn nur der Papst entbinden“, sagte Schweer. „Die Priesterweihe selbst kann ihm nicht entzogen werden.“

„Man kann nicht glaubwürdig Christ sein, wenn man die Augen verschließt"

Ebenso wie viele andere Meppener zeigt Dietmar Schäfer, seit 2011 Vorsitzender des Pfarrgemeinderates in St. Vitus, Verständnis für den früheren Propst und zollt ihm Respekt, dass er seinen Schritt öffentlich gemacht hat. „Wir wünschen ihm alles Gute. Das ist konsequent und eine saubere Klarstellung, so ist Dietmar Blank eben. Und es steht uns nicht zu, darüber zu richten.“

Schäfer, der nach eigenen Worten nicht alle Hintergründe für die Bitte um Entpflichtung kannte, ist trotzdem „nicht aus allen Wolken gefallen.“ Er betont, wie wertvoll der Dienst von Dietmar Blank für die Pfarreiengemeinschaft und wie „positiv sein Wirken mit uns war.“ Aber er habe in den letzten Monaten bei dem Pfarrer eine gewisse Distanz und Skepsis der Kirche gegenüber gespürt – gespeist auch aus den aktuellen Entwicklungen um die Missbrauchsproblematik. Gerade aber in diesen Zweifeln sieht Schäfer das „Glaubwürdige an dem Zeugnis, das er uns mitgegeben hat. Man kann nicht glaubwürdig Christ sein, wenn man die Augen verschließt.“

Der PGR-Vorsitzende sieht schon, dass die Entscheidung von Blank eine Herausforderung für die Gemeinde ist. „Wir müssen die Diskussion um den Pflichtzölibat aufnehmen und die Frage stellen, was die Kirche in Zentraleuropa anders machen muss.“ So denkt er an Veranstaltungen zu dem Thema etwa mit der Erwachsenenbildung.

Petra Diek-Münchow