01.06.2018

Ein Magazin gibt Antworten

Was gehört in den Pfarrbrief?

Der Pfarrbrief ist das reichweitenstärkste Medium der katholischen Kirche. Er bietet Gemeinden die Chance, jedes Mitglied zu erreichen – auch die, die nicht regelmäßig zur Kirche kommen. Aber was macht einen guten Pfarrbrief aus? Ein Magazin gibt Antworten.

Gemeinden sollten ihn wertschätzen: den Pfarrbrief. Ein Magazin gibt Tipps, wie er einen neuen Antrich erhalten kann. Foto: Ronja Goj/pfarrbriefservice.de

Meistens heißt er Pfarrbrief, manchmal Pfarrzeitung, Gemeindebrief, Pfarrmagazin, Zeitschrift oder einfach „Dat Blättken“. So vielfältig die Namen auch sind, eines haben die Heftchen oder Magazine, die Kirchengemeinden in regelmäßigen Abständen mit Informationen aus dem Gemeindeleben herausgeben, gemeinsam: Sie sind Chancenmagazine und wichtige Mitteilungsorgane, auch für Menschen, die nicht regelmäßig am Gemeindeleben teilnehmen.

Zwei Drittel der Kirchenmitglieder lesen ihn, obwohl  90 Prozent nur sporadisch Kontakt zur Gemeinde haben. Deshalb sollte so ein Pfarrbrief ansprechend daherkommen, nicht zu kleinteilig sein und Lust aufs Lesen machen. Die Redaktion des Internetangebotes „pfarrbriefservice.de“ hat jetzt in einem Heft wichtige Informationen für Pfarrbriefmacher zusammengestellt, die ihr Magazin neu gestalten und überarbeiten wollen. Hier die wichtigsten Tipps:


Kräfte bündeln in der Öffentlichkeitsarbeit
Die Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinden hat sich in den letzten Jahren deutlich erweitert. Neben dem Pfarrbrief gibt es noch eine Hompage, die ständig aktualisiert werden muss, professionell gestaltete Plakate werden erstellt, Facebookauftritte und Schaukästen gepflegt und gelegentlich Pressemitteilungen herausgegeben. „Optimal ist es, wenn all diese Kommunikationswege nicht nebeneinander existieren, sondern miteinander verbunden sind“, erklärt Redakteur Thomas Rünker vom Bistum Essen. Beispielsweise könne ein Text im Pfarrbrief  auf die Bildergalerie im Internet verweisen und der Facebookkanal mit passenden Postings dafür sorgen, dass der neue Pfarrbrief nicht versehentlich mit der Werbung im Papiermüll lande.


Einfache Sprache
„Es sind die einfachen klaren Worte, die strahlen“, schreibt Ronja Goj im „Pfarrbrief-Magazin“. Daher sollten die Texte im Pfarrbrief unkompliziert und schlicht mit kurzen Sätzen und einfachem Deutsch geschrieben werden, damit jeder sie versteht. Füll- und Hauptwörter sollten die Autoren weitestgehend rausstreichen, Verben dagegen einbauen. Auch sollten die Pfarrbriefmacher ihre Texte aktiv schreiben und damit dem Leser das Gefühl vermitteln, live dabei zu sein.


Inhalte selbst bestimmen
Jeder Pfarrbrief sollte ein Schwerpunktthema haben – ein Thema, das nah dran ist am Leben der Menschen, das sie interessiert, begeistert und bewegt. Das können Bauprojekte, Entwicklungen, Aktionen, kontroverse Themen oder auch Menschen sein, die vorgestellt werden. Schwerpunktthemen schauen nach vorne. Sie sind aktuell vielfältig und interessant. Interessanter als Rückblicke. – auf die letzte Minifeier, die Seniorenwallfahrt oder das Pfarrfest. 90 Prozent der Leser waren nicht dabei und sind keine Insider. Daher ist es wichtig, auf eine gute ausgewogene Mischung der Themen zu achten, die die Redakteure selbst bestimmen sollten. Auch eine Kinder- oder eine Jugendseite können eine Bereicherung sein.


Rubriken geben Orientierung
Wenn sich der Pfarrbrief verlässlich in Rubriken gliedert, fällt es dem Leser leichter, sich zurechtzufinden. Das können zum Beispiel sein: Vorwort, Schwerpunktthema, Geistlicher Impuls, Veranstaltungshinweise oder Kontaktinformationen. Rubriken sollten durch Rubrikenköpfe, besondere Schriftarten oder mit entsprechenden Seitenbezeichnungen deutlich gekennzeichnet werden und sie sollten regelmäßig erscheinen.


Tipps zum Fotografieren
Textwüsten sind langweilig. Der Pfarrbrief sollte daher immer mit Fotos aufgelockert werden. Zu manchen Themen bieten sich auch Bilderseiten an (Sternsingeraktion oder Pfarrfest). Dabei sollte der Fotograf auf Einzelheiten achten und nicht zu kleinteilig ablichten. Unterschiedliche Bildausschnitte und Einstellungsgrößen lockern die Motive auf der Seite auf. Bei Bildern muss immer auf Urheber-, Nutzungs- und Persönlichkeitsrechte sowie den Datenschutz geachtet werden.


Finanzierung, Druck und Verteilung
Für einen modernen Pfarrbrief mit leuchtenden Farben und guten Bildern braucht eine Gemeinde eine Druckerei. Kein Kopierer und kein Schnelldruckverfahren kann diese Qualität liefern. Hierfür braucht das Team natürlich die finanzielle Unterstützung der Pfarrei oder durch Werbepartner und eine geeignete Software auf dem Computer (Scribus, InDesign oder QuarkXPress), dazu gegebenenfalls eine passende Schulung. Als Druckerei eignet sich am besten eine Firma vor Ort, mit der einfach, schnell und persönlich Kontakt aufgenommen werden kann. Pfarrbriefausträger sorgen schließlich dafür, dass der Pfarrbrief an alle Katholiken der Gemeinde verteilt wird - nicht nur an die Kirchgänger.

Astrid Fleute

Hilfen beim Erstellen des Pfarrbriefes gibt es unter www.pfarrbriefservce.de
Das Heft „Pfarrbrief-Magazin“ kann dort für 7,50 Euro bestellt werden.