20.08.2019

Jubiläum Malteser-Hospizdienst Twistringen

Wegbegleiter auf der letzten Reise

Als sich der Malteser-Hospizdienst in Twistringen vor 25 Jahren gründete, steckte die Hospizarbeit noch in den Kinderschuhen. Mittlerweile gibt es neben der klassischen Hospizarbeit auch ein Trauercafé und ein Schulprojekt.

Freuen sich auf das Jubiläum: Franz-Josef Tremmel (ehrenamtlicher Hospizhelfer), Anette Ndiaye und Silke Meier-Sudmann sowie Petra Roeß vom Trauercafé (v.l.)

Hospizhelfer sind nicht immer gern gesehen. „Für die Angehörigen von Schwerkranken sind wir manchmal ein rotes Tuch, weil wir ihnen Angst machen. Die Familie denkt: Wenn Hospizhelfer kommen, gibt es keine Hoffnung mehr“, sagt Silke Meier-Sudmann. „Dabei sind wir nicht nur für das Lebensende da, sondern auch für Lebenskrisen.“ Meier-Sudmann koordiniert mit Kollegin Anette Ndiaye die Einsätze der ehrenamtlichen Hospizhelfer. Die beiden Frauen fahren zu Erstgesprächen und wissen danach oft schon, welcher Begleiter zu welcher Familie passt. 25 Freiwillige gibt es bislang in Twistringen, 14 in Bassum – im Alter von 36 bis 80 Jahren. „Und wir können noch weitere Helfer brauchen“, betont Meier-Sudmann. Der nächste Ausbildungskurs startet am 17. September.

Dass Menschen sich bereiterklären, schwerkranke und sterbende Menschen zu begleiten, war vor 25 Jahren, als sich der Malteser-Hospizdienst gründete, außergewöhnlich. Die Hospizarbeit steckte damals in den Kinderschuhen, und der Start in Twistringen war holprig: Es gab weder Konzepte noch war die Finanzierung geklärt. Mittlerweile haben die Twistringer Malteser ein dichtes Hilfsnetz gewebt. Zu ihrer Hospizarbeit gehört auch das „Café in spe“, ein Trauercafé für Angehörige, Freunde und Bekannte Verstorbener. Und es gibt das Hospiz-Schulprojekt „Gib mir‘n kleines bisschen Sicherheit“, das Schüler an die Thema Sterben, Tod und Trauer heranführt. „Hospizhelfer kommen zwar mit leeren Händen, aber sie bringen dennoch etwas Entscheidendes mit: Zeit“, sagt Silke Meier-Sudmann.

Zur Jubiläumsfeier am Samstag, 19. Oktober, findet um 11 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst in der Twistringer St.-Anna-Kirche statt. Ab 13 Uhr Programm auf dem Pfarrgelände, um 17 Uhr Aufführung des Tanztheaters „Siris Reise oder: Wo ist der Weg zur Ewigkeit?“

Anja Sabel

Kontakt: Telefon 0 42 43/9 70 30 05,
E-Mail:
silke.meier-sudmann@malteser.org,
anette.ndiaye@malteser.org