23.07.2020

Kirche und Corona (5)

Wie soll es weitergehen?

Auch wenn die Krise noch andauert, wollten wir von führenden Köpfen im Bistum wissen, welche der Corona-Erfahrungen sie beibehalten wollen und wie es mit der Kirche in Zukunft weitergehen kann. Das Statement von Pia Focke, BDKJ-Diözesanvorsitzende.

Regionale Grenzen überwinden

Pia Focke

Mit digitalen Gremiensitzungen und JuLeiCa-Fortbildungen, Angeboten einer digitalen Kirche, zahlreichen Einkaufshilfen, digitalen Gesprächsangeboten, Spieleabenden und Zeltlageralternativen reagierten Jugendverbände und Jugendgruppen in unserem Bistum auf den Lockdown durch die Corona-Pandemie. Anstatt frustriert den Kopf in den Sand zu stecken, entwickelten Jugendliche und junge Erwachsene in dieser Zeit mit viel Kreativität, Ideenreichtum und Herzblut Alternativen zur bislang gewohnten Jugend(-verbands)arbeit. 

Corona hat viele Entwicklungen in der Kirche stark beschleunigt, so dass sich die Kirche im Schnelldurchlauf verändern musste und sich teilweise zukunftsweisend entwickeln konnte. So haben die Jugendpastoral und die Kirche im Ganzen durch Corona vieles gelernt, was nun fortgeführt werden muss. 

Mit großer Offenheit wurde danach geschaut, was junge Menschen in dieser Zeit brauchen, wonach sie suchen. Und auf diesen Bedarf wurde kreativ und engagiert reagiert. Neu entwickelte Angebote erreichten dadurch auch Menschen über die bisherigen Grenzen hinaus. Vor allem durch einen großen Fortschritt in der Digitalisierung wurden regionale Grenzen überwunden und Kapazitäten sinnvoll genutzt. Durch neuartige liturgische Formate wie digitales Bibelteilen sind kleine Glaubensgemeinschaften entstanden, die selbstverantwortet und -organisiert ihren Glauben in dieser besonderen Zeit lebten. In vielen Orten unseres Bistums überlegten sich junge Menschen, wie sie andere in dieser Zeit unterstützen können. Durch Initiativen wie Einkaufshilfen durch Gruppen oder Verbände rückten besonders gefährdete Menschen in den Blick. Und digitale Spieleabende oder Gesprächsangebote schafften für viele Kinder und Jugendliche eine Gemeinschaft und Abwechslung im Alltag. 

Durch Corona kamen auch in der Kirche Entwicklungen und Klärungsprozesse in Gang, die nicht umzukehren sind. Und dabei zeigte sich die Kirche an vielen Stellen innovativ, kreativ und authentisch. Das muss weitergehen.