08.01.2020

Yoga für Kinder

Das gibt Ruhe und Kraft

Yoga ist nicht nur etwas für Erwachsene. Auch für Kinder kann es ein idealer Ausgleich zum Alltagsstress sein. Die Übungen aus Asien entspannen schon die Kleinsten, sie fördern die Freude an der Bewegung, und stärken Konzentration und Selbstbewusstsein. 

Die Kobra ist eine beliebte Yogaübung. Foto: istockphoto/aphichart

„Yoga bietet so viele Vorteile für Körper und Seele, dass es wunderbar ist, Kinder in jungen Jahren damit beginnen zu lassen“, erzählt Yogalehrerin Mechthild Heuer aus Osnabrück. Seit einigen Jahren bietet sie unter anderem in der Katholischen Familienbildungsstätte (Fabi) Osnabrück Yogakurse für Kinder an – mit wachsender Nachfrage. Denn die indische Lehre aus Fernost ist keinesfalls nur für Erwachsene geeignet. Auch Mechthild Heuer selbst ist erst über ihre Tochter ans Yoga gekommen und ist begeistert: „Das gibt mir Ruhe und Kraft“ 


Was ist Yoga?
Yoga ist eine indische Lehre, bei der Meditation und bestimmte körperliche Übungen Körper und Geist ins Gleichgewicht bringen sollen. Yoga kann die Muskulatur stärken, die Ausdauer und Beweglichkeit verbessern. Die Urspünge liegen in Indien, wo sich die Menschen schon vor 3500 Jahren durch Atem- und Meditationsübungen entspannten. Nach Europa schaffte es die indische Lehre aber erst sehr viel später: Erst um das Jahr 1930 machte in Berlin die erste Yogaschule auf. Heute bieten neben den privaten Einrichtungen auch Kirchen, Familienzentren, Kindergärten, Sportvereine, Universitäten und Verbände Yogakurse an. Zur Stressbewältigung aber auch als Präventionsmaßnahme ist Yoga mittlerweile auch von den Krankenkassen anerkannt und wird bezuschusst, wenn der Yogalehrer entsprechend ausgebildet und zertifiziert ist. 


Die Wirkung von Yoga auf Kinder
Die Wirkung von Yoga auf Kinder ist wissenschaftlich belegt. Während Erwachsene im Yoga meist Entspannung, Sport und Selbsterfahrung suchen, hat es für Kinder eher die Stärkung und Aktivierung des Körpers zum Ziel. „Yoga fördert die Freude an der Bewegung, die Konzentration und einen guten Umgang miteinander und bietet einen idealen Ausgleich zu Alltagsstress, Bewegungsmangel und Kopflastigkeit“, erklärt Mechthild Heuer. „Kinder, die eine längere Zeit Yoga üben, verändern sich. Sie werden achtsamer, kompetenter in der Selbst- und Fremdwahrnehmung und entwickeln Empathie.“ Entsprechende Rückmeldung von Eltern bestätigten das.


Eine Yogastunde ist vielfältig
Eine Yogastunde für Kinder enthält immer eine gute Mischung aus Elementen für Körper, Geist und Seele. Der ganze Körper wird bewegt, gedehnt und gestreckt, es wird tief und aufmerksam geatmet. Neben den typischen Übungen, den „Asanas“, für die Beweglicheit und die Stärkung der Muskulatur, hat Mechthild Heuer auch immer Atem­übungen, musikalisch-rhythmische Elemente und spielerische Einheiten dabei. Jede Übung begleitet sie. „Es geht dabei auch um die Wahrnehmung eigener Gefühle und Vorlieben; die Kinder lernen ihre Stärken und Schwächen kennen. Und sie lernen diese Unterschiede anzunehmen und bei sich und anderen zu tolerieren.“ Am Ende der 90 Minuten steht dann immer eine Geschichte. „Die Kinder kuscheln in eine Decke eingehüllt auf ihrer Matte, kommen zur Ruhe. Das ist für viele der Höhepunkt der Stunde“, berichtet die Yogalehrerin, die sich auf Kinder spezialisiert hat. Oft kämen die Kinder erschöpft bei ihr an, am Ende der Stunde betonten viele: „Jetzt geht es mir besser.“ Wichtig für diesen Erfolg sei aber auch die Kontinuität: Mit einer einzigen Yogastunde ist es nicht getan.


Yoga auch für Babys
Schon Babys können Yoga machen. Gerade hat Mechthild Heuer hierzu eine Ausbildung absolviert. „Beim Toddler Yoga nutzen wir Geschichten und Spiele, die die körperliche, kognitive, soziale und emotionale Entwicklung fördern.“ Diese Art des Yoga sei geeignet für Kinder von 18 Monaten bis etwa zwei Jahren. Im Programm sind viele Reime, Lieder, Massagen und spielerische Elemente enthalten. „Ziel ist es in erster Linie, den liebevollen Kontakt von Eltern und Kindern zu fördern“, erklärt Mechthild Heuer. Toddler Yoga unterstütze die Übergangsphase vom Babyalter zur beginnenden Mobilität. „Die eigene Körperwahrnehmung und Achtsamkeit sowie die Freude an der Bewegung werden geweckt“ – hier und in jedem Alter.

Astrid Fleute