20.11.2020

Advent in der Familie

Zeit für mehr Miteinander

Normalerweise ist der Advent geprägt von Hektik. Aber die kommenden Wochen werden anders sein. Kein Gedrängel auf Weihnachtsmärkten, keine Feiern, weniger Menschen treffen. Die Pandemie verlangt Geduld und Rücksicht. Aber auch im kleineren (Familien-)Kreis gibt es viele schöne Dinge, die man tun kann.

 

Gemeinsam basteln gehört für viele zu einem gemütlichen Adventsnachmittag dazu. Foto: kna/Harald Oppitz

Adventskalender basteln
Je nach Alter der Kinder (und Fähigkeiten der Eltern) lassen sich im Handumdrehen schöne Adventskalender basteln. Erstens: Stoffsäckchen nähen (Farben frei wählbar, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt und die Säckchen können wieder verwendet werden). Zweitens: Kleine Papiertüten oder Butterbrotstüten lassen sich kreativ bemalen oder auch mit bunten Papierschnipseln und glitzernden Bastelsteinchen bekleben. So wird jede Tüte garantiert ein kleines Kunstwerk. Anschließend befüllen und an einer Schnur aufhängen. Drittens:  Kleine Kartons (zum Beispiel Schachteln von Käsestückchen) oder ausgewaschene Joghurtbecher mit buntem Papier, Folie oder Geschenkpapier bekleben, dann befüllen und die Becher oben zukleben, damit nichts herausfällt. 

Kinder können Kalender für ihre Eltern, Geschwister oder Großeltern basteln. Einen Adventskalender aus Tütchen könnten die Enkel beispielsweise den Großeltern schicken, die weit entfernt leben und die sie aufgrund der Einschränkungen nicht so oft sehen können. Die Kinder könnten sie Gutscheine über „1 x Vorlesen“, „1 x Frühstück machen“ oder „1 x gemeinsam das spielen, was sich der andere wünscht“ überlegen und aufschreiben. Auch kleine, gemalte Bilder, Rätsel, Comics oder kurze Geschichten können sich die Kinder ausdenken und in den Adventskalender packen. 


Gemeinsam lesen
Jeder schnappt sich eine Decke und auf geht’s zum Kuschelsofa. Einer (oder jeder der Reihe nach) liest eine Geschichte oder ein Gedicht vor. Während die anderen lauschen, flackern heimelig die Kerzen des Adventskranzes. Wunderbar eignen sich fürs Vorlesen Bücher, die das Warten verkürzen. In „Weihnachten“ (Arena Verlag) erzählt und illustriert Andreas H. Schmachtl liebevoll, spannend und lustig 24 Geschichten rund um bekannte Figuren wie Tilda Apfelkern oder Juli Löwenzahn. 

Viele Lieder, Gedichte, Geschichten, Märchen und Rezepte von verschiedenen Autoren beinhaltet das Buch „Ein Stern strahlt in der dunklen Nacht“ (Carlsen Verlag). Immer wieder gut kommen Astrids Lindgrens Geschichten an. In „Weihnachten mit Astrid Lindgren“ (Oetinger Verlag) erleben Pippi Langstrumpf, Lotta aus der Krachmacherstraße oder Tomte Tummetott herrliche und wundersame Weihnachten. Mit Geschichten aus der Kinderbibel stimmt sich die ganze Familie auf das große Fest ein. Möglicherweise können an einem Adventssonntag auch Großeltern via Videotelefonie am Geschichtenlesen teilnehmen?


Gemeinsam Zeit verbringen
Plätzchen backen gehört in vielen Familien zur Adventszeit. Vielleicht kreieren die kleinen Weihnachtsbäcker in diesem Advent mehr Plätzchen als sonst und verteilen sie zusätzlich an Nachbarn oder verschicken sie an Verwandte, die sie in diesem Advent nicht besuchen können.

Wenn der Besuch des Weihnachtsmarktes ausfällt, kann man selbst einen kleinen Budenzauber veranstalten: mit Kinderpunsch, Lebkuchen, Schokoladenfondue, einer Feuerschale und Stockbrot oder Grill mit Currywurst im Garten.

Gemütlich kann es sein, sich ein großes Puzzle zu besorgen, es auf einer Unterlage auszubreiten und ein Hörspiel oder Weihnachtslieder zu hören, während jeder aus der Familie mitpuzzlen darf, der Lust dazu hat.


Karten basteln
Gleich drei Aspekte auf einmal erfüllen Weihnachtskarten: Gemeinsames Basteln, kreatives Austoben der Kinder und freudige Post für die, die sie erhalten werden. Einfach ein paar Blanko-Karten besorgen (oder aus Tonpapier zurechtschneiden) und draufloswerkeln. Ideen für einfache Varianten: Kinderhände mit Fingerfarbe bepinseln und Abdrücke auf der Karte machen. Tannenbäume, Nikoläuse, Engel malen, zum Verzieren größere und kleinere Klebstoffpunkte auf die Karten setzen, Glitzer darüber stäuben und fest werden lassen. Natürlich gibt es noch viele weitere Möglichkeiten, Karten zu gestalten, Hauptsache, alle haben Spaß.


Frische Luft tanken
Falls Schnee liegt, können Familien gemeinsam rodeln gehen und die kalte klare Luft genießen. Aber auch bei nasskaltem Wetter kann man sich warm anziehen und zusammen rausgehen, es muss keine lange Wanderung sein. Die kleineren Kinder können eine Laterne mitnehmen und die Nachmittagsdämmerung erleuchten, die größeren können eine Schnitzeljagd veranstalten und Hinweise verstecken, die die Eltern entdecken müssen.

Christine Schniedermann