12.06.2020

Tipps für die Sommerzeit

Zeltlagerrunde mit Webcam

Getrennt und doch gemeinsam, so verbrachten Kinder und Gruppenleiter das Online-Pfingstzeltlager der Katholischen Jugend Ostfriesland. Das Material für Workshops wurde in Kisten geliefert, das Zelt im eigenen Garten aufgestellt.

 

Auch im heimischen Garten kann man ein Zelt fürs Zeltlager aufstellen. Foto: prvat

Das Zeltlager der Katholischen Jugend Ostfriesland hat in diesem Jahr quasi online stattgefunden. Die 30 Kinder und 17 Gruppenleiter und Gruppenleiterinnen hatten sich nicht von der Corona-Pandemie unterkriegen lassen und das Lager nicht abgesagt. Stattdessen riefen sie ein „Zeltlager@home“ ins Leben. Die Kinder schlugen  ihre Zelte anstatt auf dem Zeltplatz in Werpeloh  im heimischen Garten auf.

Die Gruppenleiter des Zeltlagers hatten für jeden teilnehmenden Haushalt Materialkisten zusammengestellt und diese mit Hilfe des KJO-Taxiservice vor die Haustüren der Kinder gestellt. Der Rest verlief online: Am Freitag vor Pfingsten schalteten sich die Teilnehmer und Gruppenleiter in die erste Videokonferenz. Feierlich wurde das KJO-Banner gehisst, genau wie im echten Lager, nur dass eben jeder bei sich zu Hause war. Am Abend ist sogar ein Lagerfeuer angezündet worden, das konnten die Kinder dann anschließend im Live-Stream auf Instagram verfolgen. 

Auch beliebte Spiele wie „Montagsmaler“ und das Gesellschaftsspiel „Werwolf“ fanden statt – denn die funktionieren online genauso gut. Nur eins war anders: Anstatt Gesprächen mit Freunden, die bis zum Morgengrauen anhalten, gab es bei dem diesjährigen Zeltlager ruhige und entspannte Nächte im heimischen Garten. 

Tauziehen gegen ein Familienmitglied

Für die weiteren Tage des Online-Zeltlagers hatten sich die Betreuer einiges einfallen lassen. Nach der ersten Nacht fand für die Kinder eine Rallye@home statt. Dabei mussten sie zum Beispiel alle Klopapierrollen im Haus zählen, ein Glas Wasser auf Schnelligkeit trinken oder Tauziehen gegen ein Familienmitglied spielen. Wie auch während der restlichen Zeltlager@home-Zeit, durften die Kinder bei den Aufgaben stets selbst entscheiden, ob sie ihre Webcam anlassen oder ausschalten wollten.

Außerdem gab es zahlreiche Workshops. Das Material haben die Kinder in den vorgepackten Materialkisten gefunden, zum Beispiel, um sich ein Portemonnaie aus Tetrapaks zu basteln oder Cappies zu bemalen. Wie in jedem Jahr wurden außerdem Freundschaftsbänder geknüpft und eine selbst gemachte Kopfbedeckung aus Papier gebastelt. 

Die Anleitungen zu den Workshops lagen in den Kisten. Außerdem haben die Teamer einige Tage vorher die Bastelanleitung gefilmt und sie auf YouTube hochgeladen. Da konnten sich die Kinder beispielsweise anschauen, wie eine künstliche Fackel gebaut wird und es mit dem vorhandenen Material nachmachen. 

Am Pfingstsonntag schaltete sich Dekanatsjugendseelsorger Pastor Carl B. Hack in der Videokonferenz dazu. Während er mit Dekanatsjugendreferent Dennis Pahl im Jugendbüro der Katholischen Jugend Ostfriesland in Aurich saß, hielt er für alle Teilnehmenden einen Gottesdienst ab. Dabei wurde auch gesungen. Während ein Gruppenleiter die Melodie zum Klassiker „Da berühren sich Himmel und Erde“ auf der Gitarre spielte, konnten alle anderen hinter ihren Bildschirmen mitsingen und die dazugehörigen Tanzfiguren mitmachen. Nach einer weiteren Nacht im Zelt fand das Zeltlager@home dann seinen Abschluss.

Dennis Pahl freute sich darüber, wie großartig das diesjährige und mal ganz andere Zeltlager funktioniert habe. „Einfach genial, wie die Technik zulässt, dass alle das Gefühl entwickeln konnten, sie säßen in Werpeloh auf dem Zeltplatz rund um das Lagerfeuer.“ Auch die Teilnehmer waren begeistert. „Es hat Spaß gemacht“, sagten einige. Dennoch freuen sich alle Kinder und Gruppenleiterinnen darauf, wenn es nächstes Jahr im wirklichen Leben wieder rundgeht.

Das „Zeltlager@home“ wurde innerhalb des Förderprogramms Generation³ aus Mitteln des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung unterstützt. Die Katholische Jugend Ostfriesland (KJO) plant, im Sommer auch ihre Sommerfreizeit so ähnlich durchzuführen und im September dann eine Onlinefortbildung anzubieten. 

Der BDKJ im Bistum Osnabrück bietet hier Tipps, wie man die Sommerzeit für Kinder und Jugendliche gestalten kann.