21.06.2018

Tipps gegen die Lebensmittelverschwendung

Zu gut für die Tonne

Millionen Tonnen Nahrungsmittel wandern in Deutschland jährlich in den Müll. Darunter leiden sowohl die Umwelt als auch der eigene Geldbeutel. Dabei können Verbraucher mit einfachen Tipps beim Kochen und Einkaufen das Klima schützen.  

Der Klimawandel und seine Folgen werden immer spürbarer. Der Kohlendioxidausstoß steigt, Dürren und extreme Wetterphänomene zeigen sich, Menschen leiden. Dazu trägt auch die Verschwendung von Lebensmitteln bei. Aber nicht nur das Klima leidet darunter, auch der eigene Geldbeutel. Millionen Tonnen Lebensmittelwandern in Deutschland  jährlich in den Müll, obwohl vieles noch verwertet werden könnte.

Warum lange Transportwege schaden: Ein Großteil der deutschen Lebensmittel kommt aus dem Ausland. Sie haben also lange Transportwege hinter sich. Dabei wird viel Kohlendioxid ausgestoßen. Auch sind viele Lebensmittel für den Transport extra verpackt oder mit Pestiziden bespritzt worden. Das schadet der Umwelt und den Menschen vor Ort. Zudem sind die Arbeitsbedingungen in anderen Ländern oft nicht so standardisiert wie in Deutschland. Indem beim Einkaufen auf die Herkunft der Lebensmittel geachtet wird, kann das Klima geschützt und Menschen geholfen werden.

Regional und Saisonal einkaufen: Um lange Transportwege zu vermeiden, sollten Menschen daher regional und saisonal einkaufen. Dazu zählen Produkte aus der Region, die zu der entsprechenden Jahreszeit hier geerntet werden können. Im Spätsommer oder Frühherbst sind das  Äpfel aus der Region und im Winter Kohl statt Erdbeeren aus Übersee. Einige Produkte müssen aufgrund der klimatischen Bedingungen jedoch ganzjährlich importiert werden. Dazu zählen zum Beispiel Bananen und Kaffee. Bei diesen Produkten kann man sich gut an Gütesiegeln orientieren. Mit ihnen ist zum Beispiel zu erkennen, ob das Produkt fair gehandelt oder biologisch angebaut wurde.

Lebensmittel richtig lagern Damit Lebensmittel möglichst lange frisch bleiben, müssen sie richtig gelagert werden. Besonders im Kühlschrank sollte man auf die verschiedenen Fächer und Temperaturen achten. Käse und Milchprodukte halten sich im mittleren Fach bei fünf Grad am längsten. Fleisch, Fisch und Wurst sollte an die kälteste Stelle des Kühlschrankes gelegt werden. Für Gemüse gibt es ein extra Gemüsefach, das  es vor zu viel Kälte schützt. Tomaten und Südfrüchte gehören dagegen nicht in den Kühlschrank. Kartoffeln und Zwiebeln sollten an einem kühlen und dunklen Ort gelagert werden.

Wann muss ein Lebensmittel weggeworfen werden? In Deutschland ist das Mindesthaltbarkeitsdatum eine Pflichtangabe auf Lebensmitteln. Die meisten Produkte sind aber auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch genießbar. Die Haltbarkeit ist von Lebensmittel zu Lebensmittel unterschiedlich und sollte vor dem Verbrauch geprüft werden. Obst und Gemüse sind genießbar, solange kein Schimmel zu sehen ist. Milch ist haltbar, wenn sie nicht unangenehm riecht und auch Joghurt kann meist noch nach Monaten verwendet werden, wenn er kühl gelagert wird. Fleisch, Fisch und Wurst haben meist ein Verbrauchsdatum, das unbedingt eingehalten werden sollte, da diese Produkte leicht verderblich sind. Wurst und Käse lassen am Geruch erkennen, ob sie noch genießbar sind. Am besten werden nach dem Einkauf die frischen Produkte nach hinten sortiert und die älteren vorne stehengelassen damit zu sehen ist, was schnell verbraucht werden muss.

Ist vegetarische Ernährung klimafreundlich? Viele Menschen ernähren sich fleischlos, um Tiere und Klima zu schützen. Dabei muss man jedoch beachten, dass Ersatzprodukte oft nicht viel umweltfreundlicher sind als Fleisch. Oft stammen sie aus Asien oder Afrika, wie beispielsweise Soja oder die Yackfrucht, erklärt Wirtschaftsgeografin Cornelia Holthaus, die Klimaschutzprojekte initiiert und begleitet. Die Produkte haben oft lange Transportwege hinter sich, für den Anbau müssen Wälder weichen. Auch bei der Fleischwahl muss der Verbraucher Prioritäten setzen. So gilt Rindfleisch als gute Eisenquelle, ist aber durch den hohen Methanausstoß und Wasserverbrauch während der Produktion nicht so klimafreundlich wie zum Beispiel Hähnchen oder Putenfleisch.

Reste teilen und verwerten: Wer nach dem Kochen noch Lebensmittel übrig hat und diese nicht wegschmeißen möchte, kann sie zum Beispiel  mit anderen teilen. Dafür gibt es an manchen öffentlichen Plätzen spezielle Kühlschränke, in die die nicht verwendeten Lebensmittel gelegt werden können. Andere Nutzer können dann schauen, ob sie die Lebensmittel benötigen und sie gegebenenfalls mitnehmen. Auch Produkte, die sich in den Läden nicht verkaufen lassen, weil sie zu klein sind oder nicht gut aussehen, finden zunehmend ihren Weg in solche „Foodsharing“-Kühlschränke. Jeder kann sich hier bedienen. Zudem können die beim Kochen entstandenen Reste, wie beispielsweise Möhrenschalen, das Grün der Möhre oder auch Zwiebelschalen mit Wasser und Gewürzen zu einer gesunden Gemüsebrühe aufgekocht werden. Dabei dürfen allerdings keine Kartoffelschalen verwendet werden. Auch aus altem Brot, weichen Brötchen oder Croissants kann noch ein schmackhafter Brotsalat erstellt werden.

Ein paar Rezepte von Marie-Louise Scheiper, M.Sc Nachhaltige Ernährung, Oecotrophologin und staatlich anerkannte Diäassistentin. Fairer Schokoladenkuchen; Restefreie Gemüsebrühe; Feldsalat mit Dressing

Kontakt: ml.scheiper@gmail.com