29.09.2021

Modellprojekt in Kindertagesstätten

Zusammen soll es leichter werden

Es ist ein Modellprojekt für das ganze Bistum. In Papenburg übernimmt zum Jahreswechsel ein neuer Verband die Trägerschaft für alle acht katholischen Kindertagesstätten. Das soll die Arbeit vereinfachen und professionalisieren.

Die Arbeit in den Kindertagesstätten ist komplexer geworden. Ein Dachverband soll helfen. Foto: unsplash/Michael Bozek

Vor wenigen Tagen haben die Kirchengemeinden St. Amandus in Aschendorf sowie St. Antonius und St. Michael in Papenburg den neuen „Katholischen Kirchengemeindeverband Kindertagesstätten in Papenburg“ gegründet. Ab 2022 ist dieser zuständig für die acht katholischen Kindergärten der Stadt – mit knapp 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie 900 Kindern in gut 40 Gruppen. „Das ist der erste Verband dieser Art im Bistum“, sagt Bernhard Lanvermeyer und spricht von einer engen Abstimmung mit der Kommune und von einem Modellprojekt.

Lanvermeyer ist Pfarrer in St. Antonius und wird Vorsitzender der Verbandsversammlung. Bei Visitationen des Bischofs hatten nach seinen Worten Ehrenamtliche aus Kirchenvorständen und Ausschüssen beklagt, dass ihre Arbeit für die Kindertagesstätten aufwendiger, komplexer und komplizierter wird. „Es gibt mittlerweile so viele Dinge zu beachten“, sagt Lanvermeyer.

Die Arbeit soll professioneller werden

Eine Bündelung der Trägerschaften unter einem Dach soll nun einerseits die Gremien entlasten, andererseits die Arbeit professionalisieren. Als hauptamtlichen Geschäftsführer für den neuen Verband hat das Bistum laut Lanvermeyer Ralf Denkler vorgeschlagen, Diakon und pastoraler Koordinator in St. Michael. Die bisherigen Rendantinnen und Rendanten bleiben in ihren Aufgabenbereichen und arbeiten dann eng in der künftigen Geschäftsstelle zusammen. 

Die Identifikation der KiTas mit den jeweiligen Kirchengemeinden soll ausdrücklich erhalten bleiben. Für Eltern ändert sich mit dem Verband ebenfalls nichts, erklärt Lanvermeyer, „nur der Briefkopf auf der Post.“ Auch die Tarifsysteme und Arbeitsverträge werden nach seinen Worten nicht angetastet. Er hofft aber, dass die gemeinsame Verwaltung, verbunden mit einem besseren Austausch, künftig Personalfragen vereinfacht – gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels. „Vielleicht wird es leichter, künftig Stellen auch unbefristet einzurichten und als starker Verband neue Erzieherinnen zu gewinnen.“

Um die pastorale Anbindung der Kindertagesstätten an die drei Kirchengemeinden zu bewahren, wird ein Beirat gebildet: mit den Leitungen, pastoralen Ansprechpersonen, der Caritas-Fachberatung sowie  Eltern. „Das ganze ist auch ein großer Schritt für das Bistum“, sagt Pfarrer Lanvermeyer. Denn das Papenburger Modell soll auf Dauer ein Vorbild für andere Regionen sein. 

Petra Diek-Münchow